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OHV gewinnt Spitzenspiel und ist im DHB-Pokal dabei

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren Spielberichte

Drittligist OHV Aurich hat das Spitzenspiel im Ligapokal gegen die Füchse Berlin II mit 32:28 Toren gewonnen und sich für den DHB-Pokal qualifiziert. Am Ende wurde es für die Auricher noch eng.


Aurich. Ganz anders als spielerisch erwartet ist die Spitzenpartie im Ligapokal für die Drittliga-Handballer des OHV Aurich gegen die Füchse Berlin Reinickendorf II gelaufen. Aber sie endete wie von ihnen erhofft. Mit einem Sieg. Mehr noch. Damit sind die Auricher zudem für den DHB-Pokal qualifiziert. Der Sieg fiel mit 32:28 Toren deutlicher aus als die Schlussphase war.

 

Denn die nie aufsteckenden Berliner hatten es in den letzten Minuten mit einer offenen Manndeckung noch einmal spannend gemacht. Es war die letzte taktische Karte, die Füchse-Trainer Kenji Hövels gezogen hatte, nachdem Kevin Wendlandt in der 57. Minute mit einem Freiwurf zum 29:25 für den OHV und dem vermeintlich ausreichenden Vorsprung bis zum Ende getroffen hatte. Es war das erste Mal in der zweiten Halbzeit gewesen, dass die Berliner Wendlandt von den Füßen weichen mussten. Bei einer Standardsituation.

 

Sonderbewachung über weite Strecken für zwei OHV-Spieler

 

Ihm und Jonas Schweigart hatte der Füchse-Trainer bereits nach einer Viertelstunde eine konsequente Sonderbewachung verordnet. So entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein Angriffsspiel, in dem sich vier Auricher mit vier Berliner Abwehrspielern auseinandersetzen mussten. Es sei denn, ihnen bot sich die Chance zu Gegenstößen.

 

Und von diesen Möglichkeiten bekamen sie mehr als im Vorfeld gedacht. Denn anders als bisher beobachtet machten die Berliner nicht, wie in den anderen Spielen zuvor, Tempo, sondern sie versuchten, die Schnelligkeit aus dem Spiel zu nehmen. Zum Leidwesen von OHV-Trainer Arek Blacha, der sich gewünscht hätte, dass die Schiedsrichter das Zeitspiel eher unterbinden.


Am Ende wurde es dann doch noch eng

 

„Handballerisch hatte das bei uns wenig zu tun damit, wie wir uns das vorstellen“, räumte Hövels ein. Denn in der Tat sei das nicht das gewohnte Spiel seiner Mannschaft gewesen. „Wir sind aber sehr dezimiert angereist. Ich hatte eine Woche Zeit, mit dieser Mannschaft zu trainieren“, so Hövels.

 

Und dann musste er kurzfristig auch noch mit Dustin Kraus auf einen Leistungsträger verzichten. Der war zwar mit angereist, wurde aber wegen Auffälligkeiten am Arm vorsichtshalber von OHV-Teammanager Ewald Meyer ins Auricher Krankenhaus gefahren. Hövels bedankte sich ausdrücklich für die Hilfeleistung der Auricher: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Kraus konnte die Rückreise dann aber mit dem Team antreten. Blacha musste kurzfristig auf Maxim Pliuto verzichten. Eine Vorsichtsmaßnahme. Pliuto hatte am Freitag ohne eigene Schuld einen Autounfall, blieb aber unverletzt. Dass das Spiel am Ende noch einmal eng wurde, hatten sich die Auricher selber zuzuschreiben. „Wir hätten das ein oder andere Tor mehr machen müssen“, sagte Blacha. So verpasste es Wilke de Buhr zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich zweimal, die Führung auszubauen, als er beide Male mit Gegenstößen am Berliner Torwart scheiterte. Danach aber war de Buhr, wie schon eine Woche zuvor in der ersten Halbzeit im Spiel gegen den TV Cloppenburg, der Torgarant im OHV-Team.

 

Routinier sorgt für die Entscheidung

 

Die letzten Minuten gingen dann an Wendlandt. Gegen die offene Manndeckung der Berliner, die zwei Minuten vor Schluss den Rückstand auf zwei Tore verkürzt hatten, brachte er seine ganze Routine ein. Er setzte sich im Spiel eins gegen eins und traf zunächst zum 30:27. 111 Sekunden blieben da noch zu spielen. Als die Berliner im Gegenzug ihre Torchance über die rechte Außenseite vergaben, sich Wendlandt in einer Einzelaktion erneut durchsetzte und eineinhalb Minuten vor Schluss das 31:27 erzielte, da hatte er endgültig den Deckel auf den Sieg des OHV draufgesetzt.

 

Wendlandts Finale war eine Parallele zu seinem Einstand in die Partie. Denn auch da ließ er sich von den Berlinern nicht aufhalten. Vier der sieben Tore, die die Auricher bis zur 12. Minute erzielten, gingen auf sein Konto. Der OHV führte 7:3.

 

Die Reaktion von Füchse-Trainer Hövels ließ nicht auf sich warten. Er setzte die Auszeitkarte und schickte seine Mannschaft mit einer geänderten Abwehrtaktik zurück ins Spiel. Nicht nur, dass sich Wendlandt und Schweigart von da an mit einer Sonderbewachung abfinden mussten. Die übrigen OHV-Spieler sahen sich bis zur Halbzeit einer offensiv ausgerichteten Füchse-Abwehr gegenüber. „Wir haben uns schwergetan, hätten effektiver spielen können“, sagte Blacha. Am Ende aber war auch bei ihm die Freude über das Erreichte groß.

 

 

OHV-Spieler Kevin Wendlandt war zu Beginn der Partie von der Füchse-Abwehr nicht zu blocken und in den Schlussminuten der entscheidende Mann im Auricher Team. Fotos: Wolfenberg
Edgars Kuksa war im Tor des OHV Aurich gegen die Füchse ein starker Rückhalt.
 

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