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OHV II dreht Spiel in den letzten drei Minuten

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   2. Herren

Die Verbandsliga-Handballer des OHV Aurich II haben beim VfL Horneburg bis kurz vor Schluss zurückgelegen und doch noch gewonnen. Mit 33:31 Toren. Die letzten drei Minuten aber hatten es in sich.

 

Horneburg - Eigentlich hätten die Verbandsliga-Handballer des OHV Aurich II allen Grund gehabt, nach dem Spiel beim VfL Horneburg in Hurra-Stimmung auszubrechen. „Sie waren aber vollkommen platt“, sagte Trainer Patrick Tulikowski. Er nicht weniger. Seine Mannschaft hatte Großes geleistet. Ein Spiel gewonnen, in dem sie in der 57. Minute das erste Mal geführt hatte. Am Ende stand es 33:31.

 

Das Problem, das Tulikowski in dieser Saison hat, führte gleich zu einem misslungenen Auftakt. „Die letzten Jahre waren wir super eingespielt“, so Tulikowski. Bedingt durch große personelle Veränderungen und wenig Trainingsmöglichkeiten mit allen Spielern, die zum Kader gehören, hapert es noch an der Abstimmung. Erstmals seit, so Tulikowski, bestimmt acht Jahren sei seine Mannschaft zum Beispiel ohne Arne Tuinmann angetreten. Mit Folgen. „Wir können im Moment noch nicht so viel Druck aus dem Rückraum entwickeln wie in den vergangenen Jahren“, nennt Tulikowski die Auswirkung. Dazu kam, dass das Abschlusstraining für das Spiel beim VfL mehr als mäßig gewesen war. Bedingt auch durch krankheitsbedingte Ausfälle.

 

OHV II liegt schnell 0:5 zurück

 

Das Positive, das Tulikowski aber aus dem Spiel beim VfL Horneburg mitnahm: Seine Spieler lernen schnell. Die hatten vieles von dem, was er immer wieder an Maßnahmen neu ins Spiel einbringen musste, umgesetzt. Was den OHV-Trainer am Ende aber am meisten gefreut hatte: Jeder hatte seinen Anteil am Sieg.

 

Zunächst lagen die Auricher allerdings, ehe sie sich versahen, mit 0:5 Toren zurück. Diesem Rückstand liefen sie mit mal mehr, mal weniger Abstand lange hinterher. Als VfL-Spieler Lasse Heitmann in der 22. Minute beim Stand von 6:10 aus Sicht des OHV eine Zeitstrafe kassierte, versuchte es Tulikowski mit einer Manndeckung gegen Timo Meyn „So richtig geklappt hat das nicht“, sein Fazit. Meyn ist im VfL-Team der Dreh- und Angelpunkt im Rückraum. 13 Tore, darunter sieben Siebenmeter, gingen am Ende im Spiel gegen den OHV II auf sein Konto.

 

Doppelte Manndeckung zahlt sich aus

 

 Mit einem Drei-Tore-Rückstand (13:16) gingen die Auricher in die Halbzeitpause, blieben anschließend aber in Schlagdistanz. Mehrmals waren sie bis auf ein Tor dran. Zehn Minuten vor Schluss setzte Tulikowski auf die Risikokarte. Als VfL-Spieler Niklas Kortstegge eine Zeitstrafe erhielt, ließ der OHV-Trainer den torgefährlichen Jonas Gerkens sonderbewachen. Zusätzlich zur Manndeckung gegen Meyn. Daran hielt der OHV-Trainer bis zum Schluss fest.

 

In der 53. Minute gelang den Aurichern erstmals der Ausgleich. Meeno Reshöft schloss einen Gegenstoß zum 27:27 ab. Dreimal noch legten die Horneburger das Tor wieder vor. Dreimal glichen die Auricher aber postwendend wieder aus. In der 57. Minute durch Jonas Speckmann zum 30:30. Er, der nach langer Verletzungspause in der vergangenen Woche erstmals wieder trainiert hatte, sollte der Spieler der letzten Minuten werden. „Er hat uns echt geholfen. Gerade in der Schlussphase“, sagte Tulikowski.

 

Sekunden vor Schluss alle Zweifel beseitigt

 

Speckmann glich nicht nur aus, sondern traf kurz darauf auch zur ersten Führung (31:30) des OHV. „Die Jungs haben in den letzten drei Minuten so viel Herzblut reingelegt. Das war echt Wahnsinn“, sagte Tulikowski mit Blick auf die kribbelige Schlussphase, in der seine Mannschaft nicht den Kopf verlor.

 

Der OHV kassierte zwar im Gegenzug den Ausgleich und Nico Gronau auch noch eine Zeitstrafe. Tulikowski setzte die Auszeitkarte. Zwölf Sekunden danach aber war Speckmann zum 32:31 erfolgreich.

 

Etwas mehr als eine Minute war da noch zu spielen. 20 Sekunden vor Schluss handelte sich Speckmann eine Zeitstrafe ein. Der OHV war damit in doppelter Unterzahl. Reeshöft beseitigte dann sechs Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer zum 33:31 alle Zweifel an einem Auricher Sieg.

 

VfL Horneburg – OHV Aurich 31:33 (16:13)

OHV Aurich II: Möhlmann, Müller; Rohden, Reshöft (3 Tore), N. Gronau (1), Höppner, R. Gronau (10/davon 5 Siebenmeter), Speckmann (6), Neumann (7), Stoehr, Dallügge (2), Dannehl (1), Menne (2), Lübben (1).

Zuletzt „wühlte“ sich OHV-II-Spieler Jonas Speckmann in der Saison 2019/20 durch die gegnerische Abwehr. Sonntag war er maßgeblich am Sieg beim VfL Horneburg beteiligt. Archivfoto: Bernd Wolfenberg