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Rückraumspieler wird für Auricher Handballer zum Problem

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   2. Herren

Der Auftakt war vielversprechend. Am Ende aber verloren die Verbandsliga-Handballer des OHV Aurich II gegen den TV Neerstedt mit 28:30. Der Hauptgrund: Sie bekamen einen Gästespieler nicht in den Griff.

Aurich. Am Ende blieb beim Trainer der Verbandsliga-Handballer des OHV Aurich II einfach nur ein dickes Fragezeichen. „Was hätte ich anders machen können?“, überlegte Patrick Tulikowski nach dem mit 28:30 Toren verlorenen Spiel gegen den TV Neerstedt. Eine Antwort fand er nicht. Denn seine Mannschaft hatte vieles richtig und auch richtig gut gemacht. Nur eins war ihr nicht gelungen. Den 1,96 Meter großen Eike Kolpack im Neerstedter Team in den Griff zu bekommen.

 

„Er hat einen Sahnetag erwischt“, erkannte Tulikowski die Leistung des Rückraumspielers an. Nicht nur, dass der am Ende 15 Tore auf dem Konto hatte. Dabei war weder der Auricher Abwehr und schon gar nicht den Torhütern Frederik Möhlmann in der ersten und Austen Müller in der zweiten Halbzeit ein Vorwurf zu machen. Es waren aber nicht nur die selbst geworfenen Tore des 28-Jährigen, mit denen er die Auricher verzweifeln ließ. Kolpack bereitete mit seinen Anspielen weitere vor.

 

Schlussphase der ersten Halbzeit gibt Ausschlag

 

Die Neerstedter drehten das Spiel zwar erst in der letzten Viertelstunde zu ihren Gunsten. Ausschlaggeben für die Wende nach einem vielversprechenden Start des OHV waren für Tulikowski aber die letzten acht Minuten der ersten Halbzeit. „Da führen wir mit sechs Toren, haben die Chancen, uns weiter abzusetzen und gehen nur mit einem Drei-Tore-Vorsprung in die Pause“, so der Auricher Trainer. Gerne hätte er mit Blick auf den Spielverlauf eine personelle Alternative mehr gehabt. Aber Jonas Speckmann war im Training am Tag vor dem Spiel beim Fußballspielen mit dem Fuß umgeknickt und konnte nur zuschauen.

 

 Aber der Reihe nach. In der 21. Minute sah der Neerstedter Julian Hoffmann die Rote Karte, weil er Arne Tuinmann beim Gegenstoß regelwidrig ausgebremst hatte. Erst Mitte der zweiten Halbzeit konnte sich Tuinmann wieder aktiv am Spiel beteiligen. Der OHV antwortete auf die Rote Karte mit Ballgewinnen in der Abwehr, schnellem Spiel und vier Toren am Stück. Zweimal Nico Gronau und je einmal Renke Steen und Kreisläufer Steffen Eilers waren erfolgreich. Der OHV führte in der 25. Minute 18:12.

 

Auricher hatten viel Pech im Abschluss

 

Dass die Auricher sich nicht weiter absetzten, war Pech. Jannik Neumann traf den Pfosten. Auch Steffen Eilers fehlte das Glück. Der Ball prallte an den Innenpfosten, von dort aber nicht hinter die Torlinie. Die Liste mit den glasklaren, aber nicht genutzten Chancen führten die Auricher mit Beginn der zweiten Halbzeit fort. „Was wir an Latten- und Pfostentreffern hatten, ging auf keine Kuhhaut mehr“, sagte Tulikowski. Das Torepolster des OHV wurde dünner und dünner und war in der 43. Minute gänzlich weg, als die Neerstedter zum 21:21 ausglichen.

 

Bis zur 45. Minute gelang es den Aurichern noch, wieder vorzulegen. Mit zwei Toren in Folge aber brachte Kolpack die Auricher endgültig vom Erfolgsweg ab. Abgesehen von dem 1:0 war das 25:24 die erste Führung für die Gäste. Mit einer Einzelaktion glich Eilers zwar noch einmal für den OHV aus (25:25) und Austen Müller vereitelte mit einer Parade zunächst die erneute Führung für die Neerstedter. Nachdem Arne Tuinmann aber Pech mit einem Pfostentreffer hatte, konnte auch Müller das 26:25 für den TV nicht verhindern. Kolpack wurde für die Neerstedter dann endgültig zum Matchwinner, als er Tor Nummer 27 vorbereitete und anschließend zum 28:25 und 29:25 traf. Etwas mehr als drei Minuten waren da noch zu spielen. Tulikowski versuchte es in der Schlussphase zunächst mit einer doppelten, dann mit einer offenen Manndeckung. Als Nico Gronau jedoch bei einem Gegenstoß am Neerstedter Torhüter scheiterte, war die Partie definitiv entschieden.

 

Klar waren die Auricher enttäuscht. „Ich kann aber keinem im Team einen Vorwurf machen“, sagte Tulikowski. Da seien phasenweise im Angriff wirklich klasse Sachen dabei gewesen. Und auch die Abwehr habe gut gearbeitet. Wäre da doch nur nicht Eike Kolpack mit seinem Sahnetag gewesen.

Entsprechend der Hygienevorschriften saßen Margarete Tuinmann und Gerd Rohden mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen am Zeitnehmertisch.
Eike Kolpack (Nummer 14) in der Abwehr war für den OHV (mit Ball Arne Tuinmann) nicht das Problem. Aber im Angriff.
Ein ums andere Mal kam OHV-Spieler Steffen Eilers gegen den TV Neerstedt am Kreis zum Zuge. Fotos: Wolfenberg