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Aktuelles

Mehr als nur ein Handballspiel

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 25.10.2019 | |   1. Herren Vorbericht

WHV gegen OHV immer etwas besonderes

sm Aurich. Mit den Derbys ist das so eine Sache. „Für die meisten ist das ein Fest“, sagt der Trainer des OHV Aurich, Arek Blacha. „Für mich nicht“, fügt er mit Blick auf das Spiel am Sonnabend (19.30 Uhr) beim Wilhelmshavener HV (WHV) hinzu. Und auch dessen Trainer Christian Köhrmann hätte am liebsten kein Derby gehabt. Ihre Gründe dafür sind allerdings unterschiedlich. 

Köhrmann wäre lieber in der 2. Bundesliga geblieben. Dort, wo er mit seiner Mannschaft in der vergangenen Saison gespielt hat und wo er nach dem Abstieg auch direkt wieder hin möchte. Blacha muss sehen, dass er eine Mannschaft stellen kann, die dem Aufstiegsanwärter Paroli bieten kann. 

Die Vorbereitung lief jedenfalls alles andere als optimal. Josip Crnic musste in dieser Woche krankheitsbedingt passen. Oliver Staszewski, der bereits am vergangenen Sonntag grippekrank ausfiel, fehlt in dieser Woche weiterhin. Jannes Hertlein kann aufgrund seiner Adduktorenbeschwerden nur bedingt trainieren und spielen. Mit Routinier Kevin Wendlandt kehrt nach auskuriertem Nasenbeinbruch zumindest ein Abwehrspezialist zurück ins Team. Er ist nach drei Wochen Zwangspause am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen. „Alle sind Leistungsträger“, sagt Blacha. 

Mit dem WHV und dem OHV treffen zwei Teams aufeinander, deren Zielsetzung unterschiedlicher nicht sein könnte. Die Auricher wollen in der Liga bleiben. Die Wilhelmshavener möchten aufsteigen. Entsprechend haben sie im Vorfeld personell die Weichen gestellt. Ihr Kader ist bereits jetzt zweitligareif. Wie intensiv die Wilhelmshavener Richtung Wiederaufstieg arbeiten, beweist auch die Tatsache, dass sie Mitte September auf den langfristigen Ausfall von Abwehrchef Miladin Kozlina reagierten und sofort nachverpflichteten: den 28-jährigen Kroaten Domagoj Srsen, der im Vorjahr noch für Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf gespielt hat. Blacha ist angetan von der spielerischen Qualität der Wilhelmshavener. 

Die sind als Tabellenführer auf Kurs. So, wie in der Saison 2014/15, als sie Meister wurden. Und doch ist etwas anders. Sind die Wilhelmshavener damals mit sagenhaften 60:0 Punkten durchmarschiert, geht es diesmal deutlich enger zu. Einmal haben sie auch bereits verloren. Beim TuS Volmetal. „Dieses Mal, das sind andere Voraussetzungen“, sagt Köhrmann. Damals habe einfach alles gepasst. Diesmal sei die Konkurrenz stärker, die ähnliche Aufstiegsambitionen hege wie der WHV, so Köhrmann: „Nur, wir gehen offen damit um.“ Die Wilhelmshavener treten damit in jedem Spiel als Top-Favorit auf die Meisterschaft an. Für die Gegner sind das die Highlight-Spiele: „Wir müssen lernen, damit umzugehen.“ Die Niederlage etwa beim TuS Volmetal sei Einstellungssache gewesen, so Köhrmann. Erschwerend kommt hinzu, dass der WHV in dieser Saison verletzungsbedingt kaum einmal in der gleichen Aufstellung antreten konnte. 

Köhrmann hofft, dass seine Mannschaft über 60 Minuten ein solides Spiel macht und freut sich auf eine volle Halle. Der Kartenvorverkauf spricht jedenfalls dafür.