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OHV verliert erstmals in dieser Saison

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Handball-Drittligist OHV Aurich hat am Sonnabend beim ASV Hamm-Westfalen II mit 29:31 Toren seine erste Niederlage in dieser Saison kassiert. Dabei wäre mehr möglich gewesen.

Hamm - Irgendwann musste es ja passieren. Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben erstmals in dieser Saison verloren. Am Sonnabend mit 29:31 Toren beim Tabellendritten ASV Hamm-Westfalen II. Das besonders Ärgerliche daran aber: Die Niederlage hätte absolut nicht sein müssen. Entsprechend geknickt war die Mannschaft. „So wie wir trainiert haben, so wie wir bereit waren, haben wir auch gespielt. Mit ganz vielen Fehlern“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha.

 

Vielleicht habe der Biss gefehlt. Und auch die Spritzigkeit. Der OHV war zwar mit kompletter Mannschaft, aber mit etlichen grippegeschwächten Spielern angetreten. Die Vorbereitung auf das Spiel war im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten verlaufen. Das alles war für Blacha aber keine Entschuldigung für das, was in Hamm herausgekommen war: „Wir hatten die Chance, das Spiel zu gewinnen.“ Es war die Effektivität im Angriff, mit der sich die Auricher um den möglichen Erfolg brachten. Blacha hatte am Ende eine Abschlussquote von unter 50 Prozent ausgemacht. Ihn ärgerten vor allem die Fehler in Reihenfolge.


 OHV führt in der ersten Halbzeit mit bis zu fünf Toren

 

Bezeichnend dafür: die letzten fünf Minuten. Der OHV hatte 29:28 geführt. In dieser Schlussphase gelang dann kein Tor mehr. Petar Puljic war mit seinen Versuchen aus dem rechten Rückraum zweimal am Hammer Torhüter gescheitert. Erschwerend für den OHV kamen Zeitstrafen erst gegen Jonas Schweigart und dann auch noch gegen Kevin Wendlandt hinzu. Der OHV war deshalb rund 30 Sekunden sogar in doppelter Unterzahl. Beim ASV Hamm II trumpfte in den Schlussminuten Florian Schoesse groß auf. Er war auf der halbrechten Seite von der Auricher Abwehr nicht zu bremsen, setzte sich erfolgreich durch und erzielte die letzten drei Tore zum Sieg für seine Mannschaft.

 

 Die unbefriedigende Torausbeute der Auricher hatte sich aber von Anfang an durch ihr Spiel gezogen. Erst nach viereinhalb Minuten gelang durch Kreisläufer Jannes Hertlein der erste Treffer. Der befreiende Treffer war es jedoch nicht. Der OHV kam zwar in Fahrt. Ließ zehn Minuten kein Tor zu, nutzte unter anderem in dieser Phase eine Zeitstrafe gegen ASV-Spieler Julian Fulda mit einer offensiven Abwehr und Wilke de Buhr auf der vorgezogenen Position. Traf fünfmal in Folge und führte 6:2. In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit brachten sich die Auricher mit ihrer mangelnden Chancenauswertung aber um den Vorsprung. Mit einem 16:16 gingen sie in die Pause.

 

Enges Spiel in der zweiten Halbzeit

 

Anschließend gelang es bei wechselnden Führungen keiner Mannschaft, sich abzusetzen. Mitte der zweiten Halbzeit verhinderte dies für den OHV auch Torwart Edgars Kuksa mit seinen Paraden. Die Auricher verpassten es jedoch, mehr daraus zu machen. Evgeny Vorontsov mit einem verwandelten Siebenmeter, Puljic und Kevin Wendlandt hatten mit ihren Toren zwar aus dem 22:23 ein 25:23 gemacht. Als die Schiedsrichter auf Seiten des ASV ein Stürmerfoul ahndeten und die Auricher den nächsten Angriff starten konnten, brachten sie sich hektisch aber mit der gleichen Aktion um die Chance, den Vorsprung zu vergrößern. Stattdessen fingen sie sich postwendend ein Gegenstoßtor zum 25:24 ein und kassierten dann auch noch den Ausgleich. Das Eng-an-eng-Spiel ging so weiter bis zur 55. Minute. Der Rest ist bekannt.

 

„Wir haben es nicht, wie in den bisherigen Spielen, geschafft, den Gegner zu kontrollieren“, sagte Blacha. Seine Mannschaft war mit ihrer Bilanz von 10:0 Punkten von vielen hoch gelobt worden. Für Blacha aber ist die Niederlage der Beleg dafür: „Wir sind keine Mannschaft für die Meisterschaft.“

 

ASV Hamm-Westfalen II – OHV Aurich 31:29 (16:16)

ASV Hamm-Westfalen II: Wesemann, Stecken, Faber; Eigenbrodt (2 Tore), Zyska (3), Fulda (3), Runkel (4), Kooij (1), Koelsch (4/davon 2 Siebenmeter), Loos (1), Bihler (1), Filthaut, Moussa (4), Schoesse (8/2).

OHV Aurich: Lüpke (1. - 30. Minute), Kuksa (31.- 60.), Jungvogel; de Buhr (2), Wendlandt (4), Günsel, Fuhrmann, Vorontsov (7/1), M. Pliuto (1), N. Pliuto (2), Wark (1), Schweigart (2), Hertlein (4), Reeshöft, Menne, Puljic (6).

Zeitstrafen: ASV 6 Minuten – OHV 14.

Rote Karte: Hertlein (60. Minute, 3. Zeitstrafe).

Siebenmeter: ASV 5/4 verwandelt – OHV 3/1.

Schiedsrichter: Yannik Mühlenberg / Jannik Weist (Westfalen).

Zuschauer: 260.

Torfolge: 2:0 (3. Minute), 2:6 (12.), 5:10 (17.), 12:15 (27.), 16:16 (30.); 18:19 (35.), 20:19 (37.), 26:27 (49.), 28:27 (52.), 28:29 (56.), 31:29 (60.).

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Nach dem Spiel beim ASV Hamm-Westfalen II hatte OHV-Trainer Arek Blacha erstmals in dieser Saison keinen Grund zum Strahlen. Archivfoto: Bernd Wolfenberg