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Arbeitssieg für den OHV

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Hauptsache gewonnen: Unter diesem Aspekt musste Drittligist OHV Aurich das 35:31 gegen den Tabellenletzten TV Bissendorf-Holte abhaken. Kurios: Der Auricher Torwart leitete die Wende ein.

 

Aurich - Das ist gerade noch mal gut gegangen. Mit 35:31 Toren hat der ungeschlagene Spitzenreiter der 3. Handball-Liga, der OHV Aurich, gegen den bis dahin sieglosen Tabellenletzten, den TV Bissendorf-Holte gewonnen. Danach hatte es bis zur 50. Minute nicht ausgesehen. Dann traf der OHV zur ersten Führung in diesem Spiel überhaupt. Durch seinen Torwart. Trainer Arek Blacha war am Ende heilfroh, gewonnen zu haben.

 

Es war zu befürchten gewesen, dass sich bei der Tabellenkonstellation solch ein Spiel entwickeln würde. Erschwerend kam für den OHV noch die personelle Ausgangslage hinzu. Er musste ohne Kevin Wendlandt antreten, der grippekrank fehlte. Evgeny Vorontsov ging grippegeschwächt ins Spiel. Und auch Blacha selbst war gesundheitlich nicht fit. Der OHV trat in einer in dieser Saison noch nie da gewesenen Zusammensetzung an. Aber das war es nicht, und auch keine Entschuldigung, was zu dem Spielverlauf geführt hatte.

 

 Pech mit Latte und Pfosten

 

Zum einen trat der Gegner absolut nicht auf wie ein Tabellenletzter. Für Blacha der Beweis dafür, wie ausgeglichen die Liga besetzt ist: „Die Bissendorfer haben ihre Angriffe sehr, sehr diszipliniert ausgespielt und wir hatten in der Abwehr unsere Probleme.“ Vor allem in der ersten Halbzeit kamen die Gäste immer wieder aus dem Rückraum zu Toren.

 

Andererseits aber hatten die Auricher durchaus ihre Torchancen. Und das nicht zu knapp. Sie nutzten sie, im Gegensatz zu den Gästen, nur nicht konsequent. Und dann kam in der ersten Halbzeit auch noch großes Pech dazu. Die Auricher schienen ein Abo auf Pfosten- und Lattentreffer gebucht zu haben. Sechs an der Zahl gab es in der ersten Halbzeit. Fünf davon allein in den ersten acht Minuten. Hauptbetroffener: Jonas Wark mit drei Treffern dieser Art.

 

 Ausgleich will in der ersten Halbzeit nicht gelingen

 

 Mit einem Akt des Willens hielten die Auricher zumindest den Anschluss, verkürzten zwischenzeitlich immer mal wieder den Rückstand bis auf ein Tor. Aber mit dem Versuch, den Ausgleich zu erzielen, war es wie verflixt. Die Auricher standen sich dabei aber durch die Bank auch selbst mit Ballverlusten, überhastet abgeschlossenen Angriffen selbst im Weg.

 

Er war es auch, der 30 Sekunden nach Wiederbeginn das 17:17 erzielte. Wer jetzt auf die Wende gehofft hatte, sah sich getäuscht. Das Spiel verlief genau so wie in der ersten Halbzeit. Mit vier Toren lag der OHV Mitte der zweiten Halbzeit zurück, hielt aber nach Kräften den Anschluss.

 

 OHV-Torwart trifft zur ersten Führung

 

Zweimal gelang der Ausgleich. Zum 25:25 durch Evgeny Vorontsov von der rechten Außenseite. Im dritten Anlauf klappte es dann mit der ersten Führung. Die Auricher profitierten dabei von einer Zeitstrafe gegen den Bissendorfer Marius Kluwe. Die hatten dafür ihren Torwart aus dem Spiel genommen. OHV-Torwart Edgars Kuksa bewies Auge und Passgenauigkeit. Er traf mit einem Pass über das gesamte Spielfeld zum 26:25 für den OHV. „Das ist passiert. Ich krieg den Ball, ja“, sagte Kuksa. Mehr noch. Er legte kurz darauf in selber Manier noch einen drauf zum 27:25. „Zwei Tore, das passiert nicht so häufig“, muss er im Nachhinein über diesen Coup schmunzeln.

 

Die Bissendorfer frustriert? Von wegen. Sie stemmten sich mit einer offensiven Abwehr gegen die drohende Niederlage. Erst in der Schlussminute war mit dem Tor von Vorontsov zum 34:31 der Deckel auf dem Auricher Sieg. Jonas Schweigart sorgte mit dem 35:31 dann für ein Endergebnis, das nicht widerspiegelt, wie schwer es der Tabellenletzte dem Favoriten gemacht hatte.

 

„Das war bitter für meine Jungs“, sagte TV-Trainer Jan-Henryk Thaler. Zum dritten Mal auswärts angetreten, zum dritten Mal drangewesen: „Und dann stehst du wieder mit leeren Händen da.“ Für Kuksa hingegen hatte das Spiel Spaß gemacht: „Solche Spiele sind nicht einfach zu gewinnen.“

 

OHV Aurich – TV Bissendorf-Holte 35:31 (16:17)

OHV Aurich: Kuksa (1. bis 60. Minute, 2 Tore) Lüpke (für einen Siebenmeter), Jungvogel; de Buhr (3), Günsel, Fuhrmann (4), Vorontsov (6), M. Pliuto (2), N. Pliuto (2), Wark (3), Schweigart (7/davon 3 Siebenmeter), Hertlein (1), Plujic (5).

TV Bissendorf-Holte: Peters, Hemken to Krax; Grass (6), Jenner (2), Seger, Möllering, Brack (1), Kastner, C. Rußwinkel (4), Bormann, F. Rußwinkel (2), Schuering, Brüggemann (3), Kluwe, Isfahani (9/2).

Zeitstrafen: OHV 2 Minuten – TV 4.

Siebenmeter: OHV 4/3 verwandelt –
TV 2/2.

Schiedsrichter: Sven Levermann / Christian Rietenberg (Neustadt/Lage).

Zuschauer: 660.

Torfolge: 2:2 (3. Minute), 2:5 (6.), 4:9 (11.), 9:10 (17.), 13:15 (25.), 16:17 (30.); 17:17 (31.), 18:22 (41.), 21:24 (45.), 24:24 (47.), 25:25 (49.), 27:25 (50.), 27:27 (51.), 31:29 (57.), 33:31 (59.), 35:31 (60.).

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OHV-Spieler Sören Fuhrmann setzte gegen den TV Bissendorf-Holte mit seinen Treffern kurz vor und gleich nach der Halbzeit Akzente. Fotos: Bernd Wolfenberg
OHV-Spieler Petar Puljic zeigte Einsatz und erzielte in der zweiten Halbzeit wichtige Tore.
Auch die Bank des OHV fieberte mit