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OHV-Handballer müssen erstmals auswärts ran

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich sind nach ihrem Auftaktsieg und vor dem Auswärtsspiel beim TV Cloppenburg bester Stimmung. Ganz anders erging es ihrem Gegner zum Saisoneinstand.

Aurich - Unterschiedlicher könnten die Ausgangslagen nicht sein: Der eine geht mit dem Glücksgefühl eines Sieges zum Saisoneinstand ins nächste Spiel der 3. Handball-Liga, der andere mit dem Frust einer deutlichen Auftaktniederlage. Der Glückliche ist der OHV Aurich, der am Sonnabend (19.30 Uhr) bei dem Frustrierten, dem TV Cloppenburg, antritt. Aber beide wollen sie wieder bei Null anfangen.

 

Beim OHV waren alle nach dem 35:28-Sieg gegen Lit 1912 II erleichtert. Entsprechend gut ist die Laune. Das Aber des OHV-Trainers Arek Blacha kommt allerdings gleich hinterher: „Zu locker drauf darf man auch nicht sein.“ Locker verleitet zu lässig. Und das ist keine erfolgversprechende Kombination. Sorgen, dass es dazu kommt, hat Blacha nicht: „Dafür sind die meisten Spieler schon zu lange im Geschäft.“ Kopf hoch und nach vorne schauen heißt es dagegen bei der Mannschaft des TV Cloppenburg nach dem Spiel beim ASV Hamm II. Das verloren sie mit 23:35 Toren. Zu viele einfache Fehler, zu hektisch im Spielaufbau war das Fazit ihrer Spielanalyse.

 

Erste Spiel der Cloppenburger für OHV-Trainer kein Maßstab

 

Für Blacha ist das Spiel der Cloppenburger beim ASV Hamm II kein Maßstab: „Ich glaube, die Mannschaft wird gegen uns ein anderes Gesicht zeigen.“ Zumal sie noch eine Extraportion Motivation mit einbringen kann. Nach langer Pause können die Cloppenburger erstmals wieder vor den eigenen Fans antreten. Und die sorgten vor Corona immer für ordentlich Stimmung. Bis zu 1000 sind aktuell in der Sporthalle Leharstraße erlaubt.

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da standen sich beide Mannschaften im Ligapokal gegenüber. Das war Anfang Mai. Der OHV gewann in eigener Halle 33:26. Die Cloppenburger Mannschaft, die jetzt in der 3. Liga antritt, ist mit der aus dem Mai jedoch nicht mehr vergleichbar. 13 Spieler sind aus dem damaligen Kader ausgeschieden, neun neu hinzugekommen. Plus, und das ist die bedeutsamste Personalie, ein neuer Trainer. Leszek Krowicki.

 

Neuer Trainer, neue Konzepte

 

Anfang Februar dieses Jahres stellte der Verein den polnischen A-Lizenz-Inhaber als Nachfolger von Barna-Zsolt Akacsos vor. Akacsos und Blacha verbindet eine enge Freundschaft. Aber auch Blacha und Krowicki sind sich nicht fremd. „Ich habe bei ihm hospitiert, als ich meine A-Lizenz gemacht habe“, so der OHV-Trainer. Das ist zwar schon lange her. Aber auch jetzt in der Vorbereitung auf die Saison haben sich die beiden Trainer mit polnischer Staatsangehörigkeit ausgetauscht.

 

„Neuer Trainer, neue Konzepte“, sagt Blacha mit Blick auf das, was seine Spieler am Sonnabend erwartet. Eine andere Mannschaft als die, mit der sie es bisher zu tun hatten. Anders ist die neue Aufgabe aber auch für Krowicki, obwohl er schon ewig im Geschäft ist. Der 63-Jährige hat bislang Frauenmannschaften trainiert und mit seinen Erfolgen sogar auf internationaler Ebene für Schlagzeilen gesorgt. Zwölf Jahre hat Krowicki die Frauen des VfL Oldenburg in der Bundesliga trainiert. Zuletzt war er für die Frauennationalmannschaft von Polen verantwortlich. Wie Blacha und Akascos ist auch Krowicki hier in der Region heimisch geworden. Er lebt mit seiner Frau seit vielen Jahren in der Gemeinde Wiefelstede.

 

Die Cloppenburger sind 2020 unter Akacsos in die 3. Liga aufgestiegen. Viele Spiele haben sie dort coronabedingt noch nicht bestreiten können. Und mit Blick auf den großen personellen Umbruch ist es zunächst einmal das Ziel, sich als Mannschaft zu finden. Mit der Hoffnung, nach Abschluss der Vorrunde nicht zu den Mannschaften zu gehören, die dann in der Abstiegsrunde spielen. Der OHV kann am Sonnabend beim TV Cloppenburg mit der Mannschaft antreten, die gegen Lit erfolgreich war. „Wir haben 60 Minuten Tempo gemacht, nicht nachgelassen und in der zweiten Halbzeit den Vorsprung gehalten“, hebt Blacha die Elemente hervor, mit denen die Mannschaft ihn positiv überraschte. Aber Blacha weiß auch: „Es braucht Spiele, um Routine zu bekommen.“

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In einem Jubelkreis freuten sich die Spieler des OHV Aurich über ihren Sieg zum Saisonauftakt gegen Lit 1912 II. Entsprechend gut gelaunt gehen sie jetzt in ihr erstes Auswärtsspiel. Foto: Bernd Wolfenberg