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OHV-Handballer mit Auftakt nach Maß

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich sind am Sonntag mit einem 35:28-Sieg gegen Lit 1912 II in die Saison gestartet. Danach hatte es zunächst nicht ausgesehen.

 

Aurich - Große Erleichterung beim Handball-Drittligisten OHV Aurich: Das erste Punktspiel ist gespielt und die ersten zwei Punkte sind auf der Habenseite. Die Mannschaft von Trainer Arek Blacha gewann am Sonntagabend gegen Lit 1912 II mit 35:28 Toren. Danach hatte es zu Beginn nicht ausgesehen.

 

Die Corona-Pause war lang. Jetzt auf einmal wieder mit Druck zu spielen. „Das hat man gespürt“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. Die Auricher taten sich in der Abwehr schwer. Lit-Neuzugang Marten Franke traf nach Belieben. Waren die Auricher selbst im Angriff, stießen sie auf einen besonders zupackenden Mittelblock des Gegners mit den beiden Routiniers Kim-Patrick Kliver und Evars Klesniks, dem Teamkollegen von OHV-Torwart Edgars Kuksa in der lettischen Nationalmannschaft. Bereits nach vier Minuten musste OHV-Kreisläufer Jannes Hertlein das Trikot wechseln. Seins war gerissen. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. In der 35. Minute war auch das Ersatztrikot nicht mehr ganz.

 

Nach einer Viertelstunde kommt Leben ins Auricher Spiel

 

Der OHV mühte sich. Lag nach einer Viertelstunde mit zwei Toren zurück. Mit zwei Toren in Folge verbreitete Kevin Wendlandt dann aber so etwas wie Aufbruchstimmung. Es war, als hätte es bei allen klick gemacht. Lit-Trainer Daniel Gerling reagierte auf den Ausgleich des OHV zwar sofort mit einer Auszeit. Als aber erst Franke dann für sein Team an der Latte scheiterte, OHV-Torwart Frederick Lüpke anschließend einen Gegenstoß von Jannik Gartmann parierte, da war Leben im Spiel der Auricher. Die Abwehr in Zusammenarbeit mit Lüpke im Tor: ein kaum zu überwindendes Bollwerk. Die ließ in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit nur zwei Tore zu. Selber erzielten die Auricher acht zum 16:12-Halbzeitstand

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„Wir finden gut ins Spiel, gestalten es bis zur 20. Minute ausgeglichen, kommen ergebnistechnisch dabei aber zu schlecht weg“, sagte Gerling. Mit Blick auf das Endresultat sagte er aber auch: „Wir waren dann um die sieben Tore schwächer.“ Denn die Auricher nahmen den Schwung aus der Endphase der ersten Halbzeit mit in den zweiten Spielabschnitt. „Mit Einsatz, Emotionen und Leidenschaft haben wir zwei Punkte gegen einen starken Gegner geholt“, sagte Blacha. Dabei zeigten die beiden Neuzugänge im OHV-Team, Evgeny Vorontsov und Petar Puljic, dass sie absolute Verstärkungen für das Team sind. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Vorontsov war schon mit einem guten Gefühl ins Spiel gegangen. „Und dann haben alle mitgezogen. Die Halle hat mitgezogen“, sagte er nach dem Spiel strahlend.

 

 OHV baut Vorsprung in der zweiten Halbzeit schnell aus

 

Der OHV baute seinen Vorsprung schnell auf bis zu sechs Tore aus. Lit-Trainer Gerling versuchte es ab der 38. Minute mit einer umgestellten Abwehr. Wechselte von defensiv auf offensiver mit Michel Gerfen auf der vorgezogenen Position. Am Spielverlauf änderte sich wenig. Er tauschte in der 48. Minute den Torwart. Ohne Erfolg. Im Gegensatz zu vorherigen Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, die immer bis zum Ende spannend waren, jubelten die Auricher diesmal über einen ungefährdeten Sieg. Bei dem sich auch OHV-Torwart Edgars Kuksa in die Torschützenliste eintrug, als er mit einem langen Pass übers gesamte Spielfeld ins leere Tor des Gegners zum 24:17 für seine Mannschaft traf (44. Minute).

 

 In der letzten Minute boten die Auricher dann noch etwas für die Galerie, als Maxim Pliuto zunächst das 24:28 erzielte, angespielt von Wendlandt mit einem Rückhandpass. Und der dann auch noch einen Gegenstoß zum 35:28 abschloss, nach einem langen Pass von Kuksa

 

Gewonnen – konnte es da für OHV-Mannschaftsführer Jonas Schweigart ein schöneres Geschenk zu seinem Geburtstag geben? Er ist am Sonntag 25 geworden. „Die Zuschauer haben noch eine Schleife drumgemacht. Es ist das Gesamtpaket, der Sieg, endlich wieder vor Zuschauern spielen zu können, die Atmosphäre, das ist einfach klasse“, sagte Schweigart.

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Die OHV-Neuzugänge Evgeny Vorontsov (links) und Petar Puljic hatten nach ihrer starken Vorstellung allen Grund zum Jubeln. Fotos: Bernd Wolfenberg
Für OHV-Spieler Jonas Schweigart war der Sieg mit dem Drumherum das schönste Geschenk zum Geburtstag.
Mit stehenden Ovationen feierten die Zuschauer die OHV-Mannschaft.