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OHV überrascht gegen Aufstiegsanwärter

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben Sonntag mit einem 25:23-Sieg gegen den bisher ungeschlagenen Aufstiegsanwärter TuS Vinnhorst überrascht. Einer ragte aus einem starken Team noch heraus.

Aurich. Wie hatte der Trainer der Drittliga-Handballer des OHV Aurich im Vorfeld gesagt? Seine Mannschaft müsse Engagement und Leidenschaft in die Waagschale werfen, wenn sie gegen den TuS Vinnhorst, einen Aufstiegsanwärter, etwas holen wolle. Das tat sie am Sonntag. Nach allen Regeln der Handballkunst. Und war am Ende nach einem begeisterndem Auftritt jubelnder Sieger. Sie gewann mit 25:23 Toren.

 

Die Auricher boten schon eine mannschaftlich geschlossen bärenstarke Leistung. Zwei aber toppten die noch. Edgars Kuksa im Tor mit seinen Paraden und Rechtsaußen Josip Crnic mit sieben Feldtoren und fünf verwandelten Siebenmetern. Blacha fand es erstaunlich, was die Abwehr geleistet hatte. Dabei geht es ihm nicht nur um gute Aktionen, sondern auch um Disziplin. Beides passte gegen den TuS von Anfang bis Ende zusammen.

 

OHV-Torwart lässt Gegner verzweifeln

 

Und dann war da ja noch „Herr Kuksa“, wie Blacha ihn ehrfurchtsvoll nannte. Kuksa war der Herr zwischen den Pfosten. Unglaublich vor allem seine Paraden am Fließband Mitte der zweiten Halbzeit. Die Vinnhorster liefen irgendwann nur noch kopfschüttelnd zurück in die Abwehr. Die Fans feierten Kuksa bereits da mit stehenden Ovationen. „Ich hatte meine Aufgabe und die habe ich erledigt“, sagte er im Nachhinein ganz nüchtern. Zwischen der 40. und 51. Minute ließ der OHV nur ein Tor zu. Es war die Phase, in der die Auricher über ihren leidenschaftlichen Einsatz dann auch immer frecher und selbstbewusster im Angriff auftraten. Und trafen. Vom 17:17 zum 24:18. TuS-Trainer Davor Dominikovic setzte da zum zweiten Mal in der zweiten Halbzeit die Auszeitkarte.

 

 Josip Crnic lief gegen den TuS Vinnhorst zur Hochform auf.

 

Zunächst blieb es noch bei der Sechs-Tore-Führung der Auricher. Als der TuS-Trainer ab der 54. Minute dem Auricher Spielgestalter Jonas Schweigart dann aber eine Manndeckung verordnete, wurde es noch einmal eng. Die Führung des OHV schrumpfte innerhalb kurzer Zeit auf drei Tore. Blacha setzte die Auszeitkarte. Zu entspannten Schlussminuten trug die jedoch nicht bei. Wilke de Buhr verpasste mit einem Lattentreffer das 26:22. Auf der anderen Seite aber blieb Kuksa Sieger gegen Tim Otto.

 

Starke Abwehr der Schlüssel zum Sieg

 

Zwei Minuten vor Schluss gingen die Vinnhorster zur offenen Manndeckung über. Für den OHV sprang so 90 Sekunden vor dem Ende ein Siebenmeter heraus. Crnic trat an – Colin Räbiger im Tor hielt. Fünf Strafwürfe hatte Crnic zuvor alle sicher verwandelt. Es war aber nur das fehlende I-Tüpfelchen auf die Leistung des Rechtsaußen. Überhaupt setzten sich die Außenspieler des OHV, auf der linken Seite war es Maxim Pliuto, gut in Szene. Beziehungsweise wurden von ihren Mitspielern gut in Szene gesetzt. So, wie im Training geübt. Die Auricher wussten um den starken Abwehr-Mittelblock der Vinnhorster und hatten sich deshalb auf die Anspiele auf die Außen konzentriert.

 

 Ihr Schlüssel zum Sieg aber war die Abwehrleistung. „Die hat überragend funktioniert“, so Mannschaftsführer Jonas Schweigart. Gegen den TuS nur 23 Tore zu kassieren, das war schon eine Hausnummer. „Über die Abwehr holst du dir dann auch die Sicherheit für vorne“, so Schweigart. Zur Halbzeit hatten die Auricher 11:12 zurückgelegen. Auch deshalb, weil sie Pech im Abschluss hatten. Die Abwehr aber ging bereits mit Bestnoten in die Pause. Sie hatte dem Gegner vor allem in der Anfangsphase den Schneid abgekauft. Der hatte mit Anspielen auf seinen torgefährlichen Kreisläufer Milan Mazic versucht, zum Erfolg zu kommen. Doch die ließen die Auricher nicht zu.

 

Ein Sieg zum Genießen

 

Ab der 14. Minute mussten die Vinnhorster dann auf Mazic verzichten. Er sah nach einem Foulspiel an Matej Cuk die Rote Karte.

 

Blacha war am Ende einfach nur stolz auf seine Mannschaft, die gezeigt hatte, dass sie ein Team ist. „In der zweiten Halbzeit haben wir mit einer ganz anderen Aufstellung gespielt wie in der ersten. Aber jeder, der auf dem Spielfeld war, hat eine tolle Leistung gezeigt“, so Blacha. Kevin Wendlandt kam verletzungsbedingt nicht zum Einsatz.

 

Dominikovic gratulierte den Aurichern zu einem verdienten Sieg in einer tollen Atmosphäre. Dafür hatten 470 Zuschauer mit Trommeln und Klatschpappen gesorgt. „Im Spiel merkst du nicht, dass es weniger Zuschauer sind als normal. Es ist laut wie immer. Das macht einfach Spaß und puscht“, sagte Schweigart. „Gegen Vinnhorst zu gewinnen ist ein Traum“, sagte Blacha, „ich werde es genießen.“

 

OHV Aurich – TuS Vinnhorst 25:23 (11:12)

OHV Aurich: Kuksa, Lüpke, Jungvogel; Cuk (2 Tore), de Buhr (2), Wendlandt, Günsel, M. Pliuto (6), N. Pliuto, Wark (1), Schweigart (1), Hertlein (1), Levak, Crnic (12/davon 5 Siebenmeter).

TuS Vinnhorst: Räbiger, Wendland; Otto (4), Kress, Backs, Bormann (2), Lungela (8), Mazic, Wiebe (3), Dias (3), Dräger, Müßner, Pollex (3).

Zeitstrafen: OHV 6 Minuten – TuS 2.

Rote Karte: Mazic (14. Minute).

Siebenmeter: OHV 7/5 verwandelt – TuS 0

Schiedsrichter: Christian Dux/Bennett Follmert.

Zuschauer: 470.

Torfolge: 3:1 (5. Minute), 3:4 (10.), 6:8 (20.), 9:8 (24.), 11:10 (29.), 11:12 (30.); 13:15 (35.), 16:15 (39.), 17:17 (40.), 24:18 (51.), 25:19 (52.), 25:22 (56.), 25:23 (60.).

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OHV-Torwart Edgars Kuksa ließ die Vinnhorster Spieler reihenweise verzweifeln.
Allen Grund zum Jubeln hatten die Spieler des OHV Aurich. Fotos: Wolfenberg