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OHV Aurich vermasselt sich den Saisonauftakt

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Drittligist OHV Aurich ist mit einer Niederlage in die Punktspielserie gestartet. Die Mannschaft verlor am Sonnabend bei der Ahlener SG mit 27:30 Toren. Dabei hatte es zur Halbzeit so gut ausgesehen.

 

Ahlen. Das war nicht das, was sich die Drittliga-Handballer des OHV Aurich zum Saisonauftakt vorgenommen hatten. Zumindest nicht in der zweiten Halbzeit. Am Ende stand eine 27:30-Niederlage bei der Ahlener SG. Dabei hatten die Auricher das Spiel bis zur Pause dominiert und 16:12 geführt. Insgesamt 30 Tore kassiert, 18 davon allein in der zweiten Halbzeit – dabei gehört Abwehrarbeit eigentlich zu den Stärken der Auricher. An der Defensive machte OHV-Trainer Arek Blacha die Wende zum Negativen aber nicht fest. Vielmehr lief es vor allem in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit im Angriff nicht: „Keiner hat im Angriff gezeigt, was er kann.“ Und dann kam eins zum anderen.

 

 Die ersten zweieinhalb Minuten nach Wiederbeginn verliefen torlos. Die Chance zum 17:12 für den OHV ließ dann Jonas Schweigart mit einem vergebenen Siebenmeter aus. Wilke de Buhr hatte anschließend Pech bei einem Gegenstoß. Der Pfosten verhinderte Tor Nummer 17 für die Auricher. Aber auch insgesamt lief es im Spiel vorne nicht rund. „Wir haben unsere Angriffe nicht zu Ende gespielt, zu früh den Abschluss gesucht, verworfen und den Gegner damit aufgebaut“, sagte Blacha.

 

Mitte der zweiten Halbzeit kippt das Spiel

 

Dem OHV gelangen in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit nur vier Tore. Der Vorsprung war damit zwar lediglich um ein Tor geschrumpft. Aber die Ahlener traten mutiger, couragierter auf als in der ersten Halbzeit, als sie angespannt schienen und sich Fehler leisteten, die die Auricher nutzten. In der zweiten Halbzeit war es genau umgekehrt. Mit dem „frecheren“ Auftreten der Ahlener ließ die Abwehr der Auricher ihre gewohnte Souveränität vermissen.

 

Als die Ahlener zwischen der 40. und 42. Minute mit drei Toren in Folge zum 20:20 ausglichen, hatten sich die Auricher endgültig um ihre Führungsrolle gebracht. Es war der erste Ausgleich der Ahlener überhaupt in dieser Partie. Blacha reagierte mit einer Auszeit. Wilke de Buhr schloss anschließend einen erweiterten Gegenstoß zum 21:20 für den OHV ab. Ein Treffer für den OHV in die richtige Richtung? Es sollte die letzte Führung der Auricher gewesen sein. Fehlpass OHV im Angriff – Gegenstoß der Ahlener zum 21:21. Und die trafen dann, ganz keck, per Kempator über die linke Außenseite auch noch zum 22:21. Der OHV lag erstmals zurück. „Wir haben mit unglaublich viel Tempo die erste und zweite Welle gesucht und Aurich überrannt“, sagte der Ahlener Trainer Sascha Bertow.

 

OHV verkürzt mehrmals bis auf ein Tor

 

OHV-Neuzugang Bruno Levak gelang mit einem Wurf aus dem Rückraum im Gegenzug noch das 22:22. Wie ein Strich gezogen landete der Ball im Netz. Die Ahlener legten per Siebenmeter zum 23:22 vor. Den erneuten Auricher Ausgleich verhinderte nach einem Wurf von Matej Cuk die Latte. Der Abpraller war eine Einladung für die Ahlener zum Gegenstoß – 24:22 für die SG. Der OHV reagierte mit einem Torwartwechsel. Frederick Lüpke kam für Edgars Kuksa, der sich vor allem in der ersten Halbzeit Bestnoten verdiente und mit seinen Paraden maßgeblich dazu beitrug, dass der OHV nach 30 Minuten führte.

 

Die Auricher arbeiteten in der Schlussphase des Spiels vergeblich gegen den Rückstand an. Dreimal kamen sie bis auf ein Tor heran. Die Ahlener ließen sich die Punkte jedoch nicht mehr nehmen. Als sich die Auricher zwei Minuten vor Schluss erneut einen Abspielfehler im Angriff leisteten, nutzte den der Gegner mit schnellem Spiel zum vorentscheidenden 29:26. Auch mit einer offenen Manndeckung konnten die Auricher an dessen Sieg nicht mehr rütteln.

 

OHV dominiert erste Halbzeit

 

Dabei hatte es in der ersten Halbzeit so gut für die Auricher ausgesehen, deren Kader drei Spieler weniger umfasste als der der Ahlener. Ab der siebten Minute waren es dann vier weniger, nachdem Maxim Pliuto mit verletztem Zeh für den Rest des Spiels passen musste. In der zehnten Minute führten die Auricher 7:2. Was den Ahlener Trainer zu einer Auszeit veranlasste. Am Spielverlauf änderte das jedoch wenig. Jedenfalls bis zur Pause.

 

Die klare Führung brachte jedoch keine Ruhe ins Auricher Spiel. Zumal Blacha seine Mannschaft, häufiger als ihm lieb war, personell umstellen musste. Zum einen verletzungsbedingt, zum anderen, weil Jannes Hertlein bereits kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit mit zwei Zeitstrafen belastet war.

 

 „Wenn du auswärts zur Halbzeit mit vier Toren führst, den Gegner dann aber aufbaust, wird es nach hinten heraus sehr schwierig, dann noch etwas zu holen“, sagte Blacha.

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OHV-Torwart Edgars Kuksa hatte mit seinen Paraden großen Anteil an der Halbzeitführung der Auricher bei der Ahlener SG. Archivfotos: Wolfenberg
OHV-Spieler Wilke de Buhr gelang bei der Ahlener SG Mitte der zweiten Halbzeit die letztmalige Führung der Auricher.