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Fans treiben Aurich auswärts zum Derbysieg

Erstellt von Ostfriesen Zeitung: Niklas Homes | |   1. Herren

Die Spiele des OHV Aurich in der 3. Handball-Liga sind zurzeit nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Auch das 26:24 gegen Habenhausen am Sonnabend war ein echter Krimi.

 

Habenhausen - Die Fahrt in den Bremer Ortsteil Habenhausen werden die rund 50 Fans des OHV Aurich gewiss nicht bereut haben. Wie beim vergangenen Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV (28:29) sahen sie auch am Sonnabend einen packenden Handball-Krimi – der diesmal ein Happy End bereithielt. Am 26:24-Erfolg haben die OHV-Anhänger laut Trainer Arek Blacha sogar einen „entscheidenden Anteil“ gehabt. „Was die in der Schlussphase für Stimmung gemacht haben, war der Wahnsinn. Sie haben uns enorm gepusht. Gefühlt waren unsere Fans sogar lauter als die der Gastgeber“, spricht Blacha ein Lob an mitgereisten Anhänger aus.

 

Für jene hatte der OHV extra einen zusätzlichen Fanbus organisiert. „In Habenhausen ist es ein Nordderby. Abgesehen noch vom Spiel in Wilhelmshaven müssen wir sonst sind immer in den Süden“, sagt Arek Blacha. Derbysiege seien die schönsten Siege, aber auch mit Blick auf die Tabellenkonstellation sei das 26:24 „verdammt wichtig“ gewesen. So behauptet der OHV, der zuletzt zweimal verloren hatte, fürs Erste den Platz unter den ersten Sechs. Bei einer Niederlage wäre Gegner Habenhausen vorbeigezogen und Aurich erstmals aus den für die Aufstiegsrunde berechtigten Plätze gerutscht. Da das Team Handball Lippe II beim Spitzenreiter Wilhelmshaven 30:40 verlor, springt Aurich mit 14:8 Punkten auf Rang fünf, Habenhausen bleibt mit 11:9 Zählern auf Platz sieben.

 

Gute Abwehr der Grundstein zum Erfolg

 

Grundstein für den Auswärtserfolg in der kleinen und mit nur 120 Zuschauern gefüllten Hinni-Schwenker-Halle war laut Trainer Arek Blacha eine „super Leistung“ in der Abwehr. „Nur 24 Treffer gegen Habenhausen zuzulassen, kann sich sehen lassen. Wir haben das Tor zugenagelt, taktisch ist unser Plan voll aufgegangen.“ Da Habenhausen gerne über das Zentrum und den Kreis spielt, lockten die Auricher Spieler den Gegner nach Außen. „Von den Würfen über die Außen konnte Freddy wichtige Bälle halten“, sagt Arek Blacha.

 

 Als „Mann des Spiels“ will er Torwart Frederick Lüpke aber nicht bezeichnen. „Nicht ein Spieler hat uns den Sieg geholt, es war ein Erfolg des Kollektivs“, betont der Coach. So habe der Abwehrblock um Jannes Hertlein und Nikita Pliuto gut funktioniert, in der Offensive verteilte Spielmacher Jonas Schweigart geschickt viele Bälle. Am treffsichersten auf Auricher Seite war Jonas Wark mit sechs Toren. Auch Ersatzkeeper Marten Jungvogel erlebte mit einem gehaltenen Siebenmeter beim 21:22-Rückstand in der 51. Minute einen wichtigen Moment. Die sechs Siebenmeter-Würfe zuvor von Habenhausens Björn Wähmann hatten allesamt den Weg ins Tor gefunden gehabt. Bester Werfer der Partie war aber Julian Kragesteen mit acht Treffern.

 

Der Nationalspieler der Färöer Inseln war es auch, der das erste Tor des Abends erzielte (1. Minute). Dann wechselten sich die Führungen über 2:4, 6:5 und 10:11 zur Halbzeit mehrmals. Auch im zweiten Durchgang schaffte es kein Team, sich abzusetzen. Beide führten zwischenzeitlich mit zwei Toren – Aurich mit 14:12 (34.), Habenhausen mit 22:20 (47.). „In der Schlussphase haben wir konsequent und diszipliniert gespielt, gekämpft wie die Löwen und die entscheidenden Fehler weniger“, erklärt Arek Blacha. Eine Überzahl nutzte Aurich nach Treffern von Schweigart (Siebenmeter) und Wark zur 25:23-Führung. Kragesteen verkürzte 15 Sekunden vor Schluss noch einmal. Doch der OHV blieb cool und erzielte durch Lukas Günsel mit der Schlusssirene das 26:24.

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Gut lachen hatten nach dem Spiel die Auricher Spieler um Evgeny Vorontsov (links) und Petar Puljic (Mitte). Archivfoto: Doden