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Kleine Kulisse – große Freude

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

OHV-Handballer durften im Testspiel gegen HC Bremen erstmals wieder vor Zuschauern antreten – und machten Lust auf die Saison

 

Aurich. Der erste Eindruck? Ungewöhnlich. Sonderbar. Die Tribüne der Sparkassen-Arena mit ausgeklappten Sitzen ja – aber nur mal hier, mal da. Und doch hatte dieses Bild schon auf den ersten Blick etwas von Rückkehr. Von Rückkehr in die Handballwelt des OHV Aurich. Sowohl für die Mannschaft des Drittligisten als auch für die rund 160 Fans, die am Sonnabend zum Testspiel gegen den Oberligisten HC Bremen gekommen waren. Was bleibt, stimmt zuversichtlich für die Saison. Nicht nur, weil der OHV nach einer 16:12-Halbzeitführung mit 32:22 Toren gewann.

 

„Wir im Team waren alle froh, dass endlich wieder Zuschauer in der Halle waren. Egal, wo sie gesessen haben. Hauptsache, sie sind da. Sie geben einem das Gefühl, nicht nur für sich zu spielen“, sagte OHV-Mannschaftsführer Jonas Schweigart.

 

Fast sieben Monate war es her, dass die Auricher vor Zuschauern gespielt haben. Und das damals vor ganz großer Kulisse. Es war das stimmungsvolle Derby gegen den Wilhelmshavener HV vor fast 2000 Zuschauern. Danach war Corona-Schluss.

 

Am Sonnabend löste schon eine kleine Kulisse ein besonderes Kribbeln aus. Und OHV-Trainer Arek Blacha musste innerlich schmunzeln: „Ich habe gespürt, wie angespannt die Spieler waren.“ Blacha vermisste die Lockerheit in seiner Mannschaft, die sie im Testspiel unter der Woche beim 38:21-Sieg beim Oberligisten SG VTB Altjührden noch gezeigt hatte.

 

Die Fans, die am Sonnabend pandemiebedingt erstmals die Chance hatten, einen sportlichen Eindruck von der Mannschaft zu bekommen, waren angetan von dem, was die zeigte. Zumal mit Kevin Wendlandt, Josip Crnic und Maxim Pliuto drei Stammspieler verletzungsbedingt fehlten.

 

Erste Eindrücke stimmen positiv

 

Blacha aber hat Vergleichsmöglichkeiten und sagte mit Blick auf die in den bisherigen Testspielen gezeigte Leistung: „Wir haben gegen Bremen zu viele Tore, zu viele einfache Tore kassiert.“

 

Es waren zwar insgesamt nur 22. In der letzten Viertelstunde hatten die Auricher, bei denen alle drei Torhüter zu in etwa gleichen Teilen zum Einsatz kamen und überzeugten, nur zwei Tore zugelassen. Aber auch Schweigart sagte im Anschluss selbstkritisch: „In der Abwehr haben wir zu zögerlich agiert.“

 

Mit ihrem Angriffsspiel verdienten sich die Auricher aber Szenenapplaus. „Da lief schon viel zusammen“, so das Fazit von Schweigart.

 

Die Entwicklung im Angriff insgesamt und im speziellen von Neuzugang Bruno Levak („Er hat gezeigt, dass er uns helfen kann“) sowie Matej Cuk, dem Neuzugang zur vergangenen Saison, („Er wird immer gefährlicher“) stimmt auch Blacha optimistisch

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Der OHV startet am Sonnabend mit einem Auswärtsspiel bei der Ahlener SG in die Saison und empfängt dann am Sonntag, 11. Oktober, im ersten Heimspiel LiT II. War für Blacha schon im Testspiel gegen den HC Bremen mit 160 Fans viel los („Ich habe ein halbes Jahr keine Fans gesehen“), sind zum ersten Heimspiel 500 Fans möglich.

 

Die Atmosphäre wird dann eine noch andere sein als beim Testspiel. So, wie das für die OHV-Verantwortlichen ein organisatorischer Testlauf war, der als gelungen bewertet werden konnte, war die Partie für Michael Meyer und seine Kollegen vom Fanclub „Supporters“ ein Stimmungsbarometer.

 

Bis zur letzten Minute hatten die Zuschauer die Partie mit honorierendem Beifall verfolgt. In der letzten Minute stimmten Meyer und die engsten Fans drumherum dann zum Händeklatschen an. Und alle machten mit. „Das heute ist eine Situation, die wir alle noch nicht kennen. Wir wollten einfach mal die Akustik hören“, sagte Meyer. Zwar war auch für ihn der erste Tribüneneindruck befremdlich. „Aber mit der jetzt gefundenen Einteilung, denke ich, können wir leben“, sagte er.

 

Auch für den Stammzuschauer Stefan Rammelmann bei OHV-Heimspielen war das geschaffene Ambiente, die aufgrund der Abstandsvorschriften nicht nutzbaren Sitzplätze gar nicht erst hochzuklappen, die ideale Lösung. Es sei zwar anfangs ungewohnt gewesen, vor dir keinen Fan zu haben und hinter dir keinen: „Aber das ist nun mal so.“

 

Diese Umstände schließen Stimmung nicht aus. „Die kommt in der Halle schneller auf als auf einem Fußballplatz“, so Rammelmann. Und die werden die „Supporter“-Fans dann, wenn es um Punkte geht und das Prickeln größer ist als in Testspielen, noch pushen. „Wir trommeln weiter“, kündigte Meyer schon mal den Einsatz der Stimmungsinstrumente zum ersten Heimspiel an, mit denen die Arena in der Vergangenheit so manches Mal zu einem Hexenkessel wurde. Das im Testspiel Gesehene und Erlebte stimmte ihn, und nicht nur ihn, jedenfalls positiv.

 

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Das OHV-Team um Lutz Günsel probte im Testspiel den organisatorischen Ablauf.
Die Mannschaft des OHV Aurich trat im Testspiel gegen den HC Bremen erstmals in der Vorbereitung auf die Saison wieder vor Zuschauern an. Der erste Eindruck von der Sparkassen-Arena ist gewöhnungsbedürftig. In Corona-Zeiten sind die Sitzplätze nur zum Teil ausgeklappt, die Fans sitzen auf Abstand in Grüppchen.
OHV-Spieler Matej Cuk setzte sich im Testspiel gegen den HC Bremen ein ums andere Mal kraftvoll durch. Fotos. Wolfenberg
Michael Meyer vom Fanclub „Supporters“ stimmten die ersten Eindrücke positiv.