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OHV vor Auswärtsspiel in ungewohnter Rolle

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Handballer des OHV Aurich treten am Sonnabend erstmals als Spitzenreiter zu einem Drittliga-Punktspiel an. Und mit dieser Rolle müssen sie bei einer Bundesliga-Reserve klarkommen.

Aurich - Es läuft gut. Sogar besser als gedacht. Der OHV Aurich führt nach drei Spieltagen die Tabelle in der 3. Handball-Liga, Staffel B, an. Das hat es noch nie gegeben. Aber genau das ist die Krux. Wie mit dieser Situation umgehen? Am Sonnabend (19 Uhr) muss die Mannschaft bei der Bundesliga-Reserve des TSV GWD Minden antreten.

 

So schön die Position für die Auricher auch ist. Es blieb ihnen nur ein Moment, um den Sieg gegen den TuS Spenge, plus Tabellenführung, zu genießen. Denn weiter geht’s. Und der Weg zum Ziel, in der Tabelle einen Platz unter den ersten Sechs zu belegen, ist noch lang. Die Saison hat gerade erst begonnen. Drei von 19 Spielen sind gespielt.

 

Die Position kennt die Mannschaft nicht

 

Dieser Weg führt die Auricher als Nächstes am Sonnabend nach Minden. Mit im Gepäck: die Position des Spitzenreiters. Ob es leichtes oder schweres Gepäck ist? „Diese Position kennen wir nicht“, sagt OHV-Trainer Arek Blacha, „die haben wir noch nie erlebt.“ Mal abgesehen von der Saison, in der die Auricher in der Oberliga angetreten sind. „Aber das waren andere Zeiten“, so Blacha. Jetzt sei es ungewohnt, mit dieser Rolle umzugehen. Der OHV - der Gejagte. In das Spiel gegen den TuS Spenge sind die Auricher in dem Wissen gegangen, dass der Gegner der Favorit ist. Schließlich war der zu dem Zeitpunkt Tabellenführer. Nun aber sind die Auricher selbst Erster. Und das will erst einmal im Kopf verarbeitet werden. Zusammen mit der sportlichen Herausforderung.

 

 Die Mindener sind mit 2:4 Punkten gestartet. Mit zwei Auswärtsniederlagen und dazwischen einem Heimsieg. „Eine junge Truppe mit einem hervorragenden Angriff“, so Blacha. Zwar verloren die Mindener am vergangenen Sonntag mit 29:31 beim ASV Hamm II. Was nichts daran änderte, dass Blacha von der Leistung der Mindener beeindruckt war. Die hatten zur Halbzeit 13:10 geführt. In der 47. Minute lag der ASV erstmals überhaupt vorn und baute den Vorsprung dann ein wenig aus. Mindens Trainer Moritz Schäpsmeier hatte trotzdem viel Positives in seinem Team gesehen. Fortschritte im Vergleich zum verlorenen Auswärtsspiel bei der Ahlener SG zum Saisonauftakt. Und beim ASV Hamm sei für seine Mannschaft auch mehr drin gewesen. Die hatte viele Torchancen nicht genutzt.

 

 Auswärtsspiel in anderer Atmosphäre

 

Die Auricher müssen in Minden nicht nur mit der ungewohnten Rolle des Spitzenreiters klarkommen. Auch mit einer anderen Atmosphäre, als sie sie in der Sparkassen-Arena bisher erlebt haben. Gegen den TuS Spenge machten dort rund 600 Fans Stimmung und unterstützten die Mannschaft nach Kräften. „Eine super Kulisse“, ist Blacha im Nachhinein noch begeistert. Zum ersten Heimspiel der Mindener kamen 65 Zuschauer.

 

Zum Tabellenstand passt bei den Aurichern die personelle Ausgangslage. Es gibt keinen Grund zum Klagen. Alle sind dabei. Auch Wilke de Buhr. Er kam nach langer Verletzungspause wegen Knieproblemen gegen den TuS Spenge erstmals wieder zu einem Kurzeinsatz. Es braucht aber noch seine Zeit, bis Blacha wieder voll mit ihm planen kann: „Wilke hat drei Monate nicht trainieren können.“ Mit Blick auf den Kader der Mindener ist der OHV-Trainer gespannt, wer dazugehören wird. Ob Spieler aus dem Erstligateam von GWD das Team verstärken werden? Möglich wär’s. Denn die Mannschaft von Trainer Frank Carstens, dem ehemaligen OHV-Spieler und OHV-Trainer, war bereits am Donnerstagabend im Einsatz.

 

„Gucken wir mal“, sagt Blacha. Das gilt nicht nur mit Blick auf den Kader der Mindener, sondern auch mit Blick auf seine Mannschaft, wie die mit ihrer neuen Rolle umgeht.

 

 

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Auf offene Ohren stießen bisher die Anweisungen von OHV-Trainer Arek Blacha an seine Spieler. Die gilt es jetzt am Sonnabend im Auswärtsspiel bei GWD Minden II umzusetzen.Foto: Bernd Wolfenberg