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OHV kassiert zweite Niederlage in Folge

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Handball-Drittligist OHV Aurich hat am Sonnabend klar mit 26:31 Toren bei der Ahlener SG verloren. Die Auricher hatten zwar personelle Probleme. Die waren aber nicht allein Grund für die Niederlage.

Ahlen - So gespielt wie trainiert: Und das war nicht gut. Mit dem Ergebnis, dass die Drittliga-Handballer des OHV Aurich ihr zweites Spiel in Folge verloren. Sie unterlagen am Sonnabend bei der Ahlener SG mit 26:31 Toren. Es kam irgendwie auch nicht das Gefühl auf, dass in dem Spiel für die Auricher etwas gehen würde. „Wir hätten wohl noch zwei Stunden spielen können und hätten es nicht gedreht“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. Das hatte mehrere Gründe.

 

Die Probleme fingen schon im Vorfeld an. Die personelle Lage? Bis zuletzt unklar. Entsprechend verlief das Training. Ohne große Möglichkeiten, sich auf das Spiel vorzubereiten. Noch am Freitag, einen Tag vor dem Spiel, musste Blacha eine neue Abwehrformation basteln. Ins Spiel gingen die Auricher dann mit einem Mittelblock, der so noch nie zusammengespielt hatte. Und ohne Routinier Kevin Wendlandt, der erneut grippekrank passen musste. Jonas Schweigart, der Rückenprobleme hat, kam in der Abwehr auf der rechten Außenseite zum Einsatz. Da zudem Lukas Günsel grippekrank absagen musste, Nikita Pliuto gesundheitlich nicht fit ins Spiel gegangen war, hatte Blacha nicht nur wenig personelle Alternativen, sondern musste auch noch mit den Kräften der verbliebenen Spieler haushalten.

 

OHV lässt viele dicke Chancen liegen

 

Wenn dann noch die Torhüter Edgars Kuksa und Frederick Lüpke, auf die bisher immer Verlass war, nicht zu ihrer Form finden, dann ist es für den Gegner ein relativ leichtes Durchkommen. So wie in der Abwehr lief es auch im Angriff des OHV nicht rund. Größtes Manko: die Torausbeute. Blacha hatte am Ende 27 Fehlwürfe gezählt. Und das ergab, wie schon im Spiel eine Woche zuvor beim ASV Hamm II, eine Abschlussquote von unter 50 Prozent. Die OHV-Spieler nutzten Gegenstöße nicht, weitere richtig gute Chancen aus dem Spiel heraus auch nicht und vergaben dazu noch zwei Siebenmeter. Anders herum sah das so aus, dass Sven Kroker für die Ahlener zu einer Bank im Tor wurde.

 

Bezeichnend für das verquere Spiel des OHV: Lüpke spielte Sekunden vor der Halbzeitpause einen Pass auf Jonas Wark, der in Höhe der Mittellinie stand. Aber nicht Wark konnte den Ball fangen, sondern der aufmerksam dazwischengegangene Dominik Spannekrebs von der Ahlener SG. Und der traf mit der Halbzeitsirene zum 17:12 für seine Mannschaft. In den Anfangsminuten der Partie war für die Mannschaft des OHV noch alles in Butter gewesen. Sie führte in der sechsten Minute 4:1, büßte den Vorsprung aber innerhalb von drei Minuten ruckzuck wieder ein. Erst kam SG-Spieler Benedikt Bayer über die linke Außenseite frei zum Wurf und war erfolgreich. Und dann nutzten die Ahlener Fehler im Auricher Angriff zu zwei Gegenstößen. Es stand 4:4.


 Auricher laufen gefühlt nur hinterher

 

 In der zwölften Minute lag der OHV erstmals zurück (7:8) und scheiterte zweimal in Folge mit dicken Chancen zum möglichen Ausgleich am Ahlener Schlussmann. Stattdessen nutzte die SG dann beim dritten Anlauf der Auricher zum Ausgleich einen technischen Fehler in deren Angriffsspiel zum Gegenstoß und dem Tor zum 9:7. Zwar glich der OHV zum 9:9 aus, blieb dann jedoch acht Minuten ohne Tor und lag 9:14 zurück, zur Halbzeit 12:17.

 

Im zweiten Spielabschnitt das gleiche Bild. Die Ahlener diktierten das Spiel. Den Aurichern gelang es einmal, den Rückstand auf drei Tore zu verkürzen. Das war in der 43. Minute beim 19:22. Doch echte Aufbruchstimmung kam nicht auf. „Wir hatten so richtig keine Serie, in der es lief“, sagte Blacha.

 

 SG-Trainer Frederik Neuhaus reagierte mit einer Auszeit. Til-Colin Schmidt traf anschließend mit einem halbhohen Wurf zum 23:19 für die SG. Auf der Gegenseite fand Vorontsov bei einem Siebenmeter in SG-Torwart den Sieger. Insgesamt blieben die Auricher erneut acht Minuten ohne Tor. In der Schlussphase konnten sie dann zumindest Ergebniskosmetik betreiben und eine drohende Niederlage mit zweistelliger Tordifferenz verhindern. Auch deswegen, weil Nachwuchstorhüter Marten Jungvogel, der ab der 54. Minute zwischen den Pfosten stand, gleich dreimal klasse parierte. „Die Ahlener waren spritziger, explosiver, bissiger. Wir sind gefühlt nur hinterhergelaufen“, fasste Blacha das Spiel zusammen.


Ahlener SG – OHV Aurich 31:26 (17:12)

Ahlener SG: Kroker, Behrends; Damm (3 Tore), Horn (1), Spannekrebs (7), Hümmeke (4), Fleuth, Seifert, Bayer (4), Wiencek (/davon 1 Siebenmeter), Spiekermann (5), Jungeilges (1), Schmidt (2), Holtmann, Stukalin (1).

OHV Aurich: Kuksa (1. - 24. Minute),, Lüpke (24. - 54. Minute), Jungvogel (54. - 60.); de Buhr (1), Fuhrmann, Vorontsov (4/1), M. Pliuto (1), N. Pliuto, Wark (4), Schweigart (3/1), Hertlein (6), Puljic (7/1).

Zeitstrafen: SG 6 Minuten – OHV 2.

Siebenmeter: SG 1/1 verwandelt – OHV 5/3.

Schiedsrichter: Benedikt Steinebach / Philipp Schürhoff (Olpe).

Zuschauer: 480.

Torfolge: 1:4 (6. Minute), 4:4 (9.), 6:7 (12.), 9:7 (16.), 9:9 (19.), 14:9 (25.), 17:12 (30.); 17:14 (35.), 22:17 (41.), 22:19 (43.), 27:19 (51.), 30:24 (58.), 31:26 (60.).

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Jannes Hertlein gehörte im Spiel bei der Ahlener SG zwar zu den Haupttorschützen im Auricher Team. Insgesamt aber haperte es am Abschluss.Archivfoto: Bernd Wolfenberg