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OHV gewinnt packendes Spitzenspiel und ist jetzt Spitzenreiter

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Riesenjubel bei den Drittliga-Handballern des OHV Aurich. Sie haben am Sonntag das Spitzenspiel gegen den TuS Spenge mit 39:32 gewonnen. Es gab aber noch einen weiteren Grund, sich zu freuen.

 

Aurich - Was für ein Spitzenspiel: Da war Tempo drin. Da war Klasse drin. Da war Spannung drin. Es gab Tore satt. Insgesamt 71 in 60 Spielminuten. Da war Stimmung unterm Dach der Sparkassen-Arena. Und das Beste daran aus Sicht der Drittliga-Handballer des OHV Aurich: Sie gewannen am Sonntagabend gegen den bisherigen Tabellenführer TuS Spenge mit 39:32 Toren und sind jetzt selbst Spitzenreiter.

 

Einen aus dem Team hervorzuheben würde den anderen nicht gerecht. Alle hatten mit starken Phasen ihren Anteil am Erfolg. Jonas Schweigart zum Beispiel als Spielgestalter. Oder Maxim Pliuto auf der linken Außenseite, der vor allem in der ersten Halbzeit seine Chancen nutzte. Die Kreisläufer Nikita Pliuto oder Jannes Hertlein, die immer wieder erfolgreich in Szene gesetzt wurden. Petar Puljic, der als Passgeber glänzte. Evgeny Vorontsov. Kevin Wendlandt, der am Ende mit neun Treffern Auricher Haupttorschütze war. Sieben davon erzielte er in der zweiten Halbzeit. Und vier wiederum davon in einer Sprungwurfshow aus dem Rückraum zwischen der 39. und 43. Minute. Plus einem Treffer von Jonas Wark wurde aus der knappen Zwei-Tore-Führung des OHV ein Fünf-Tore-Vorsprung. Das war zwar noch keine Vorentscheidung, aber die Basis für den Sieg. Denn bis dahin war die Partie mit viel Tempo und schon zu dem Zeitpunkt einer Menge Toren ausgeglichen verlaufen.

 

600 Zuschauer gehen begeistert mit

 

Und dann war da ja auch noch Frederick Lüpke im Tor des OHV, der vor allem immer dann, wenn die Spenger die Chance hatten, aufzuschließen, glänzte. Zuletzt in der 58. Minute, als er einen Siebenmeter von Fabian Breuer abwehrte. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und unterstützt von 600 begeistert mitgehenden Zuschauern, die es von den Sitzen riss, hatten die Auricher dem Gegner den Nerv geraubt. Der hatte ab der 50. Minute mit einer umgestellten Defensive versucht, noch etwas am Spielverlauf zu drehen. Vergeblich. Denn auf die offensiver eingestellte Abwehr der Spenger mit jetzt drei Spielern auf der vorgezogenen Position hatten die Auricher die passende Antwort. Und während sie ihre Chancen dann auch nutzten, leistete sich der Gegner im Angriff zunehmend Fahrkarten.

 

Am Ende stand dann ein Sieg für den OHV, den TuS-Trainer Heiko Holtmann auch in der Höhe als verdient anerkannte. Als extrem schlecht bewertete er die Abwehrleistung seiner Mannschaft. Und er hatte auch so gut wie keine Torwartleistung gesehen. Seine Mannschaft habe nicht die Leistung gebracht, die sie zeigen kann: „Und dann haben wir die Linie verloren.“ Für den OHV hingegen galt: Wenn’s läuft, dann läuft’s. Da waren auch Bälle, die an die Unterkante der Latte gingen, Tore. „Wenn du führst, dann sind die drin“, sagte OHV-Spieler Kevin Wendlandt. Ihm gelangen diese Treffer in der Schlussphase. „Das Glück haben wir uns aber auch erarbeitet.“ Denn zu Spielbeginn taten sich die Auricher verdammt schwer. Sie trafen allerdings auch auf eine Abwehr, die geprägt war von einem großgewachsenen, kräftigen Mittelblock. Der machte dem Auricher Rückraum das Torewerfen schwer.

 

Alles, was die Mannschaft in die Hand nahm, klappte

 

Der TuS Spenge glänzte im Angriff vor allem über die Außenpositionen. Die Spieler kamen dort ein ums andere Mal frei zum Zuge. Es entwickelte sich ein packendes Spiel mit wechselnden Führungen, in dem es zur Halbzeit dem Verlauf entsprechend 17:17 stand. Der Rest ist bekannt.

 

„Nach 40 Minuten hat mich die Mannschaft eigentlich nicht mehr gebraucht. Alles, was sie in die Hand genommen hat, hat geklappt“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha freudestrahlend.

 

Er hatte im Vorfeld auf Angriff gesetzt. Um den Gegner mit seinen eigenen Stärken zu besiegen. Ganz nach dem Motto, dass Angriff die beste Verteidigung ist. Der TuS Spenge ist bekannt für torreiche Spiele. Deshalb lobte Blacha abschließend auch seine Abwehr. Trotz 32 kassierter Tore. An das Spiel am nächsten Wochenende dachte Blacha noch nicht. Zwei Tage gibt er seinen Spielern zum Runterkommen und Genießen: „Und dann gucken wir mal, wie’s weiterläuft.“

 

OHV Aurich – TuS Spenge 39:32 (17:17)

OHV Aurich: Lüpke (1. bis 60. Minute), Kuksa; de Buhr, Wendlandt (9 Tore), Günsel, Fuhrmann, Vorontsov (4), M. Pliuto (5), N. Pliuto (2), Wark (1), Reshöft, Schweigart (6/davon 1 Siebenmeter), Hertlein (7), Menne, Puljic (5)

TuS Spenge: Becker, Räber; Reinsch (3), Holtmann (2), Harbert, Hofmann (2), Wolff (5), van Zütphen, Auferheide, Ortjohann (1), Tesch, Breuer (7/1), Gräfe (7), van Boenigk (1), Schuettemeyer (4)

Zeitstrafen: OHV 10 Minuten – TuS 8

Siebenmeter: OHV 1/1 verwandelt – TuS 3/1

Schiedsrichter: Maximilian Engeln / Felix Schmitz (Burscheid)

Zuschauer: 600

Torfolge: 0:2 (4. Minute), 5:3 (7.), 9:10 (17.), 17:14 (27.), 17:17 (30.); 25:23 (40.), 28:23 (42.), 29:26 (48.), 32:26 (52.), 35:30 (57.), 39:32 (60.)

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Mit einem Jubelkreis feierten die Spieler des OHV Aurich ihren Sieg gegen den TuS Spenge.
Jonas Schweigart war nicht nur Spielgestalter im OHV-Team, sondern auch sechsfacher Torschütze gegen den TuS Spenge. Fotos: Bernd Wolfenberg
Die Fans unterstützten die Auricher Mannschaft und sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Haupttorschütze im Team des OHV war Kevin Wendlandt