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OHV Aurich gewinnt erneut in spannender Schlussphase

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Zum dritten Mal in Folge haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich ein Spiel in der Schlussphase gewonnen. Diesmal gegen den TV Cloppenburg. Wieder war es ein Krimi der besonderen Art.

 

Aurich - Es waren wieder die letzten Minuten entscheidend. Und wieder haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich mit kühlem Kopf den Deckel auf ein heiß umkämpftes Spiel gemacht. Jetzt schon zum dritten Mal. Sie gewannen am Sonntag das Derby in der Sparkassen-Arena mit 30:26 Toren gegen den TV Cloppenburg. Entsprechend oben auf war OHV-Trainer Arek Blacha: „Klasse. Das war nicht einfach unter diesem Druck.“

 

Der Druck, zu punkten, um sich möglichst schnell im Tabellenfeld der ersten sechs Teams festzusetzen. Der Druck, sich gegen den Tabellenletzten keine Blöße geben zu wollen. Die Auricher leisteten vor rund 300 Fans, die trotz 2G-plus-Maßnahmen gekommen waren, Schwerstarbeit. Machten vieles richtig, machten vieles auch richtig gut.

 

OHV findet Lösungen gegen offensive Abwehr

 

Zum Beispiel fanden sie exzellente Lösungen gegen die offensive Abwehr der Cloppenburger. Die hatte sich auf OHV-Rückraumspieler Kevin Wendlandt fixiert, dessen Aktionsradius sie mit einem Spieler auf der vorgezogenen Position auszubremsen versuchten. Gewusst wie fanden die Auricher pfiffige Lösungen und ihren Weg zum Tor entweder über den Kreisläufer oder über die rechte Außenseite. In der ersten Halbzeit und in der letzten Viertelstunde der zweiten war es Evgeny Vorontsov, der dort zur Hochform auflief.

 

Schon das Hinspiel war „seins“ gewesen. Auch da gehörte er zu denen, die aus dem mannschaftlich geschlossen und stark auftretenden Team herausragten. „Die Cloppenburger scheinen mir zu liegen“, sagte er strahlend nach dem Sieg am Sonntag. Viel sei durch Kampf und Leidenschaft entschieden worden: „Ich verstehe nicht, warum die Cloppenburger unten in der Tabelle stehen. Wir haben am Ende den kühleren Kopf behalten. Wir haben auf die Abwehrtaktik der Cloppenburger diverse Lösungen gehabt und unsere Spielzüge auch konsequent durchgespielt.“

 

Edgars Kuksa in letzten Minuten starker Rückhalt im OHV-Tor

 

Im Tor des OHV war Edgars Kuksa in den letzten zehn Minuten ein starker Rückhalt. Er hielt einige wichtige Bälle. Zudem unterliefen den Cloppenburgern in dieser Phase mehr Fehler im Angriff, die die Auricher nutzten. Sie bauten ihre bis dahin knappe Führung aus. Das erste Mal in diesem Spiel. 26:25 lag der OHV in der 54. Spielminute vorn. Vorontsov hatte bei seinem Torwurf zum möglichen 27:25 dann Pech, als der Ball vom Innenpfosten wieder heraussprang. Auf der Gegenseite scheiterte Maciej Marszalek an Kuksa.

 

Nikita Pliuto traf dann vom Kreis auf Zuspiel von Wendlandt in der 57. Minute zum 27:25 für den OHV. Vorontsov erhöhte auf 28:25. Die Entscheidung war das noch nicht. Mehr als zwei Minuten waren noch zu spielen. Die Cloppenburger verpassten den Anschlusstreffer, als sie von der linken Außenseite zum Wurf kamen, der Ball die Latte streifte.

 

 Schönheitspreis für das letzte OHV-Tor

 

Blacha setzte die Auszeitkarte. Nicht mehr ganz zwei Minuten standen auf der Uhr. Er schickte eine Mannschaft zurück aufs Spielfeld, in der erstmals Sören Fuhrmann zum Einsatz kam. Im rechten Rückraum. Fuhrmann war es dann, der zum Torwurf ansetzte und nur regelwidrig gestoppt werden konnte. Siebenmeter für den OHV. Den verwandelte Vorontsov zum 29:25, das den sicheren Sieg bedeutete.

 

Zur Kategorie Schönheitspreis gehörte dann Tor Nummer 30 für den OHV, nachdem Bence Lugosi in Kuksa seinen Sieger gefunden hatte. Vorontsov spielte einen genialen langen Pass auf Wilke de Buhr, der von der linken Außenseite kam, den Ball aus vollem Lauf fing und quer in der Luft liegend traf. „Schön zu spielen gegen so eine offensive Deckung geht fast gar nicht“, sagte Blacha. Aber es war trotzdem sehenswert, wie sich die Auricher ihre Torchancen nicht nur erarbeiteten, sondern auch herausspielten.

 

Zwei Punkte das Wichtigste

 

Wenn es etwas zu kritisieren gab, dann war es die Chancenverwertung. Und in der ersten Halbzeit hätten es ein paar Tore weniger sein können, die sich die Auricher einfingen. „Wir haben da zu viele leichte Tore bekommen“, sagte Vorontsov selbstkritisch. Das spielte am Ende aber keine Rolle mehr. Da war einfach der Jubel nur groß. „Zwei Punkte. Das war das Wichtigste“, sagte Blacha.

 

Und dazu hatten auch wieder zwei beigetragen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Lukas Günsel, für den es von Blacha ein Extralob gab. Und Nachwuchstorhüter Marten Jungvogel. Wie schon vor 14 Tagen im Spiel beim ATSV Habenhausen wurde er wieder zum Siebenmeterheld im OHV-Team. Einen wehrte er ab, den anderen warfen die Cloppenburger über das Tor. Beim ersten Mal verhinderte Jungvogel damit die mögliche Führung der Gäste, beim zweiten Mal den Ausgleich. Das war zwischen der 41. und 44. Minute. Aber nur ein euphorischer Höhepunkt in diesem packenden Derby.

 

 

OHV Aurich – TV Cloppenburg 30:26 (15:14)

OHV Aurich: Kuksa (1. - 60. Minute), Lüpke (bei einem Siebenmeter), Jungvogel (bei vier Siebenmetern); de Buhr (3 Tore), Wendlandt (3), Günsel (3), Fuhrmann, Vorontsov (7/davon 2 Siebenmeter), M. Pliuto, N. Pliuto (2), Wark (4), Schweigart (3/1), Hertlein (4), Reshöft, Menne, Puljic (1).

TV Cloppenburg: Legler, Buschmann; Houtepen (3), Zwarthoed (1), Harms (3/2), Lugosi (3), Pawlaczyk (3), A. Pal (1), Goepel, Skwierawski (3), Bähnke, Saalmann (4), Marszalek (4/1), Sibahi (1), Niemann, T. Pal.

Zeitstrafen: OHV 4 Minuten – TV 10.

Siebenmeter: OHV 4/3 verwandelt – TV 5/3.

Schiedsrichter: Janis Brandt / Hendrik Thies (Handballverband Westfalen).

Zuschauer: 300.

Torfolge: 4:4 (8. Minute), 9:12 (19.), 13:14 (24.), 15:14 (30.); 18:19 (40.), 20:19 (42.), 24:22 (48.), 24:24 (51.), 26:24 (53.), 26:25 (54.), 30:25 (60.), 30:26 (60.).

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Trotz der 2G-plus-Maßgaben fieberten die Fans mit der Auricher Mannschaft.
Allen Grund hatten OHV-Spieler Evgeny Vorontsov (links) und OHV-Trainer Arek Blacha, sich zu freuen.
Trotz intensiver Gegenwehr setzten sich die OHV-Handballer (mit Ball Jonas Wark) gegen den TV Cloppenburg durch. Fotos: Bernd Wolfenberg