Zum Hauptinhalt springen

OHV-Trainer sieht Fortschritte

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Marco Lindenbeck | |   1. Herren

Pedro Alvarez war zufrieden mit dem Auftritt der Spieler beim 27:27 gegen Wilhelmshaven – was ihm noch nicht gefallen hat

Während eines Handball-Spiels ist der neue OHV-Trainer Pedro Alvarez kein Mann der großen Worte und Gesten. Mit verschränkten Armen steht er meistens an der Seitenlinie und gibt nur selten Kommandos. Dafür wird er in den Spielunterbrechungen aktiv. Mit der Taktiktafel in der Hand redet er auf die Spieler ein oder er schnappt sich einen einzelnen Spieler und gibt ihm kurze Anweisungen. Der neue Mann auf der Bank des OHV Aurich hat eine klare Handschrift und die Spieler scheinen seine Vorstellungen vom Handball-Spiel immer besser umzusetzen. Im zweiten Testspiel gegen den Wilhelmshavener HV schaffte der OHV Aurich ein respektables 27:27-Unentschieden. Erst mit der Schlusssirene glich der Ligakonkurrent aus der Jadestadt aus – mit einem direkt verwandelten Neunmeter, ein wahrer Kunstschuss.

Doch Euphorie brach bei dem portugiesischen Trainer nicht aus. „Das Ergebnis ist gut für die Stimmung und ich bin zufrieden. Aber ich will mehr, das Potenzial dafür ist vorhanden in der Mannschaft“, sagte Alvarez. Im Vergleich zum ersten Test gegen „Hurry Up“ sah Alvarez einige Verbesserungen. Die Spieler seien konzentrierter zu Werke gegangen, die Abwehr habe kompakter gestanden. „Im ersten Spiel war noch ein wenig zu viel Anarchie“, so Alvarez. Was ihm auch gegen Wilhelmshaven nicht gefallen hat: Vor dem Tor leisteten sich die OHV-Spieler zu viele Fehlwürfe, außerdem kritisierte Alvarez die einfachen Ballverluste.

 

Rund 200 Zuschauer waren in die Arena gekommen, um mögliche Fortschritte der Mannschaft zu beobachten. Die Anfangsphase bereitete leichten Anlass zur Sorge. Schnell lag der OHV mit 0:3 zurück. Die Gäste aus Wilhelmshaven, angetrieben vom ehemaligen OHV-Spieler Jonas Schweigart, schienen hungrig auf viele Tore zu sein. Erst in der 10. Minute gelang dem OHV der erste Treffer, was aber auch am starken WHV-Keeper lag.

 

Die Rolle von Schweigart soll beim OHV in dieser Saison nach Möglichkeit der Neuzugang vom MTV Braunschweig, Rade Radjenovic, übernehmen. Der „Neue“ führte sich mit fünf Toren und präzisen Zuspielen gut ein. Die Trefferquote steigerte sich beim OHV im Verlauf der ersten Halbzeit, doch der Rückstand blieb beständig – mit einem 11:16 ging es in die Pause.

 

In der zweiten Halbzeit durften die Zuschauer dann eine satte Leistungssteigerung bestaunen. Der eingewechselte Torhüter Marten Jungvogel zeigte einige gute Paraden, nach gut zwölf Minuten hatte der OHV Aurich das Spiel in eine 19:18-Führung gedreht. Alvarez probierte dann einige Sachen aus, wie zum Beispiel den siebten Feldspieler während des eigenen Angriffes.

 

Am Ende hätte der OHV fast gegen den ewigen Rivalen gewonnen. Doch ein Kunstschuss des Wilhelmshavener Jan Behrends in der Schlusssekunde sicherte noch das Unentschieden. „Schade, wir wollen natürlich immer gewinnen“, sagte Alvarez.

 

Knapp einen Monat vor dem Saisonstart sieht Alvarez die Mannschaft bereits in der richtigen Spur. „Sie macht zunehmend das, was ich sehen will“, so der OHV-Trainer. Auf einen Spieler hat Alvarez ein besonderes Auge. Kevin Wendlandt sei einer der fünf talentiertesten Spieler, die er je trainiert habe. „Meine Challenge ist es, ihn auf das höchste Niveau zu bringen.“

 

Torfolge: 0:3 (6.), 5:8 (16.), 9:14 (26.), 11:16 (30.), 16:18 (38.), 19:18 (42.), 22:25 (53.), 24:26 (57.), 27:26 (59.), 27:27 (60.).

OHV Aurich: Kuksa, Jungvogel, de Buhr, Wendlandt (3), Vorontsov (5), M. Pliuto (2), N. Pliuto (2), Wark (2), Hertlein (3), Menne, Crnic (2), Radjenovic (5), Puljic (3), Schrainer, Meinke.

Zurück
OHV-Trainer Pedro Alvarez war zufrieden mit dem Auftritt. Er sieht aber noch Luft nach oben.
OHV-Spieler Jonas Wark traf zweimal gegen die kompakte Abwehr des Wilhelmshavener HV.Fotos: Wilfried Gronewold
Dramatik in der Schlusssekunde. Der WHV-Spieler Jan-Bennet Behrends trifft mit einem Neunmeter direkt in das OHV-Tor – ein ganz krummes Ding zum 27:27-Ausgleich.