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Verstärkung für den OHV

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Auricher Drittliga-Handballer verpflichten Kroaten Petar Puljic – denn ein Spieler bat um Vertragsauflösung

Er kam, spielte vor und beeindruckte das Führungsteam des Handball-Drittligisten OHV Aurich auf Anhieb: Der Kroate Petar Puljic verstärkt jetzt in der kommenden Saison die Mannschaft.

 

1,99 Meter groß, Rechtshänder, 28 Jahre alt – das sind seine Eckdaten. Die sind aber nur das eine. Das andere ist sein Wesen. OHV-Trainer Arek Blacha ist sich ziemlich sicher, dass Puljic eine Bereicherung für die Mannschaft ist: „So einen fröhlichen Menschen habe ich lange nicht gesehen. Er hat eine unglaubliche Ausstrahlung, hatte nach zwei Tagen Probtraining bereits einen Freundeskreis aufgebaut und ist sehr diszipliniert als Sportler.“

 

Nun ist Puljic als Rechtshänder zwar nicht die Idealbesetzung für die vakante Position im linken Rückraum des OHV. Doch Blacha ist überzeugt, dass Puljic der Aufgabe gewachsen ist: „Das ist auch für ihn eine große Herausforderung. Aber er ist in jeder Hinsicht ein gut ausgebildeter Spieler.“

 

Die Auricher waren deshalb auf der Suche nach Verstärkung, weil Matej Cuk den OHV gebeten hatte, seinen noch bis zum Ende der Saison 2021/22 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen. Noch besteht der Vertrag. „Aber es bringt ja nichts, mit einem Spieler weiterzuarbeiten, der den Verein verlassen möchte“, sagt Jörg Schmeding, zusammen mit Lutz Günsel Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers der Mannschaft OHS.

 

Der Weggang von Bruno Levak, vor allem aber von Josip Crnic, zu dessen Familie Cuk engen Kontakt hatte, hatte ihn veranlasst, um Auflösung des Vertrages zu bitten.

 

Anfangs hatten die OHV-Verantwortlichen noch versucht, einen Linkshänder zu verpflichten. „Aber das ist schwierig“, so Schmeding. Und die Saison rückt immer näher. Die Auricher setzten sich eine Frist, die vor zwei Wochen abgelaufen ist. Ohne Erfolg.

 

Sie wurden anderweitig aktiv. Über einen Spielerberater entstand der Kontakt zu Puljic. Der wurde zum Probetraining aus Zagreb eingeflogen. Der OHV hätte auch den Rückflug finanziert. Das aber war nicht mehr erforderlich. Puljic ist gleich geblieben. In den nächsten Tagen kommen noch seine Freundin Kelly und sein Hund Rio nach.

 

Zuletzt hat Puljic für die niederländische Mannschaft Hurry up Zwartemeer in der Bene-League gespielt, in der Mannschaften aus den Niederlanden und Belgien antreten. Das war in den vergangenen zwei Jahren. Die Niederländer hätten auch gerne mit Puljic verlängert. „Doch ich wollte etwas Neues“, sagt Puljic. Noch spricht er nur wenig Deutsch, versteht aber die Sprache schon gut.

 

Vor seiner Zeit bei Zwartemeer hat Puljic zwei Jahre in Kroatien in der ersten Liga gespielt und davor zwei Jahre in Frankreich in der zweiten Liga.

 

Coronabedingt hatte der Rückraumspieler zwar lange keinen Ball mehr so richtig in der Hand. Und eingespielt kann er in dieser kurzen Zeit im OHV-Team auch noch nicht sein. In den ersten Einheiten aber hat es sich bereits gezeigt, dass er mit seinen künftigen Mannschaftskameraden harmonieren wird. „Er ist einer mit Spielwitz. Das gefällt mir“, sagt Blacha.

 

Um Puljic weiter ins Team zu integrieren, haben die Auricher zwei zusätzliche Testspiele vereinbart. Eins beim Oberligisten HC Bremen und am 24. August, vier Tage vor dem DHB-Pokalspiel gegen den TV Großwallstadt, beim Zweitligisten TV Emsdetten. Zuvor aber testen die Auricher am Sonntag beim Ligakonkurrenten TV Cloppenburg. Das Spiel gehörte von Anfang an zum Vorbereitungsprogramm.

 

Die Verpflichtung von Puljic sorgt bei Trainer Blacha für Erleichterung. Mit dem Neuzugang steht jetzt der Kader. „Entscheidend ist nun, ob alle gesund bleiben“, sagt Blacha.

 

Beim Training am Dienstagabend waren bis auf Wilke de Buhr alle dabei. De Buhr hat nach wie vor Knieprobleme. Bei einem operativen Eingriff wurde der Meniskus geglättet, aber keine schwere Verletzung diagnostiziert.

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OHV-Neuzugang Petar Puljic (im roten Trikot) traf bei seinem ersten Einsatz in einem Testspiel gleich auf seine ehemaligen Teamkollegen von Hurra up Zwartemeer. Archivfoto: Stephan Friedrichs